Aus dem Italienischen von Ragni Maria Gschwend. Claudio Magris widerfahren die verrücktesten Dinge. Als er etwa in Triest von einer Dame erst erkannt wird, als sie den Namen seines Hundes erfährt: "Dann müssen Sie ja Professor Magris sein." Die Realität erscheint komisch, wie in jener New Yorker Kunstgalerie, wo verpackte Gemälde von Besuchern für Avantgarde gehalten werden, und oft genug absurd, wie der Maßnahmenkatalog gegen das "Urinieren in der Öffentlichkeit" der Triester Stadtverwaltung. Magris zeichnet in diesen Momentaufnahmen aus den letzten zwei Jahrzehnten eine kleine menschliche Komödie, die die Absurdität und die Poesie unseres Alltagslebens blitzartig hervorscheinen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2019
Ursula Scheer genießt die Schnappschüsse von Claudio Magris. Die Miniaturen über Zugreisen, Kunsteindrücke und Straßenszenen aus den Jahren 1999-2016 zeigen den Autor auf der Höhe seiner fotografischen Schreib- und Assoziationskunst, findet Scheer. Dem Autor von Petersburg über Berlin nach New York und zurück nach Triest folgend stößt Scheer in den Texten immer wieder auf das Unsagbare. Magris zeigt es ihr mit Einfühlsamkeit und Scharfsinn.
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