Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Triest, 1920. Mattia ist ein Faschist der ersten Stunde. Sein Gesicht ist noch bartlos, weshalb man ihn Bambino nennt, aber seine Schläge sind so hart, dass die halbe Stadt sich vor ihm fürchtet. Mattia weiß nicht, wer seine Mutter ist. Gar eine von drüben? Eine Slowenin? Sein Vater, der Antifaschist und Uhrmacher, will es ihm nicht verraten. Im Schlamm und Schmutz des Zweiten Weltkriegs verliert Mattia schließlich alle Gewissheiten, und er muss erfahren, dass der Gewinner von heute der Verlierer von morgen sein kann.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.02.2026
Rezensentin Maike Albath ist beeindruckt von Marco Balzanos neuem Roman. Er handelt von einem hübschen jungen Mann, Mattia, der in den 1920er Jahren zum faschistischen Schläger wird. In Triest spielt das Buch, das eine bisher literarisch wenig bearbeitete Epoche der Stadtgeschichte aufarbeitet. Albath hebt hervor, dass die Handlung aus Mattias' Ich-Perspektive erzählt ist, also aus der Perspektive eines Täters. Dass Balzano dem Bösen eine Stimme gibt und sich selbst eines Urteils enthält, macht das Buch beunruhigend und aufregend, findet Albath. Auch die nach dem Zweiten Weltkrieg folgenden Racheaktionen von Partisanen werden in diesem starken Roman behandelt, heißt es abschließend.
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