"Die Krise des Südens, die auch eine Midlife-Krise der gesamten EU ist, muss zum Ausgangspunkt einer grundlegenden Reform werden, die die Erweiterung und Vertiefung der Union in einem neuen, euro-mediterranen Regionenverbund betreibt." Gegen die vorherrschende Fatalität des Scheiterns setzt der Politik- und Kulturwissenschaftler Claus Leggewie einen realutopischen Gegenentwurf: eine neue Vision von Europa rund ums Mittelmeer. Eine neu verfasste EU hat das Potenzial, Alternativen für Energieversorgung und Finanzmärkte zu entwickeln, sich als Friedensstifterin in Nahost zu etablieren und nicht zuletzt: in aller Bescheidenheit ein demokratisches Modell für die Staaten anzubieten, die sich nach der arabischen Revolution zwischen laizistischen und islamistischen Regierungen entscheiden müssen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.01.2013
Als früheren Mitglied der EU-Kommission weiß Günter Verheugen, wovon er spricht, wenn er Claus Leggewies in diesem Buch versammelte Vorschläge zu einem von einer Mittelmeerunion belebten Europa auf ihre Tragfähigkeit überprüft. Überraschend scheint ihm Leggewies Ansatz, die südlichen EU-Staaten nicht nur als Problem zu betrachten nur auf den ersten Blick. Rasch wird ihm beim Lesen von Leggewies historischem Überblick klar, welch Potential, politisch und ökonomisch, in der Region angelegt ist. Allerdings macht ihm Leggewie auch deutlich, dass die Politik das Problem ist. Nahost- und Balkankonflikt, die arabische Welt - laut Verheugen bleibt der Autor die Darlegung der Problemzonen nicht schuldig. Dass er dennoch Hoffnung hegt, regionale Ansätze und das Konzept einer neuen EU aus dem Geiste einer europäischen Mittelmeerpolitik entwirft, rechnet Verheugen dem Autor hoch an.
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