Drei Bände. Band 1: Ragtime, Tango, Rumba & Co. (1855-1945). Band 2: Samba, Mambo, Bossa & Co. (1945-1975). Band 3: Afrobeat, Salsa, Reggae & Co. (1975-2000). In diesem opulenten dreibändigen Werk beschreibt Claus Schreiner den transatlantischen Weg "exotischer" Musik von ihren Ursprüngen in Lateinamerika und Afrika nach Deutschland. Er beginnt mit dem ersten 'Welthit' "La Paloma" (um 1850) und endet mit der Weltmusik zum Ende des 20. Jahrhunderts. Über einen Zeitraum von rund 150 Jahren wird erzählt, wie populäre urbane Musik- und Tanzformen in ihren Ursprungsländern entstanden, welchen Weg sie nach Europa und Deutschland nahmen und was die Deutschen etwa aus Charleston, Tango, Samba, Highlife und Co. machten. Das Buch verfolgt die Schicksale vieler Musikerinnen und Musiker in den unruhigen Zeiten der von Kriegen und Nationalismen geprägten Moderne. Das dreibändige Werk zeigt sehr plastisch, welche bedeutende Rolle "exotische" Musik trotz aller Missverständnisse und Verfälschungen für die populäre Musik des 20. Jahrhunderts innehat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.03.2023
Fast schon als "Standardwerk" sieht Rezensent Stefan Michalzik die dreibändige Musikgeschichte von Claus Schreiner, die "exotische" musikalische Einflüsse seit Mitte des 19. Jahrhunderts etappenweise unter die Lupe nimmt. So bewege sich der Musikpublizist und Labelgründer von den offenkundig rassistisch geprägten "Völkerschauen" im Kaiserreich über die Missbilligung von Jazz im Nationalsozialismus hin zur "Weltmusik" als Marketinglabel in den achtziger Jahren. Dabei erfährt der Kritiker Interessantes etwa zur Kultur- und Politikgeschichte der Herkunftsländer, zum zweifelhaften, weil mit romantischer Verklärung zu begründenden Erfolg von "Buena Vista Social Club" oder über die Einflüsse transatlantischer Musik auf Krautrock- und Jazzmusiker. Mitunter äußere sich der Autor polemisch, etwa wenn in Bezug auf die Debatte um kulturelle Aneignung von Erbsenzählerei die Rede ist, oder wenn er von "Sting und seinen Indianerfreunden" spricht, wie Michalzik wiedergibt - weder das noch einige kleinere Pauschalisierungen mindern für den Kritiker aber den großen "Wert" dieser Bände.
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