Claus-Steffen Mahnkopf

Deutschland oder Jerusalem

Das kurze Leben der Francesca Albertini
Cover: Deutschland oder Jerusalem
zu Klampen Verlag, Springe 2013
ISBN 9783866741836
Gebunden, 302 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Am 27. März 2011 starb mit nur 36 Jahren die jüdische Religionsphilosophin Francesca Yardenit Albertini, gebürtige Römerin, emphatische Wahldeutsche, Grenzgängerin zwischen Italien, Deutschland, den USA und Israel, eine leidenschaftliche Forscherin und Hochschullehrerin. Mit großer Kenntnis der Sprachen, dem Renaissanceideal einer klassischen Bildung und tief verwurzelt in der aufklärerischen Moderne kämpfte sie für die Idee eines neuen Verhältnisses zwischen Deutschen und Juden und für eine deutsch-jüdische Aussöhnung jenseits der Schuldfrage. Ihr Blick richtete sich auf jene Stärken des Judentums, die es als Träger einer kritischen Modernität auszeichnen könnten. Die Heirat des deutschen Avantgardekomponisten und Autors Claus-Steffen Mahnkopf begründete eine besondere, nicht nur intellektuelle Symbiose, in der jeder der beiden den gleichen Lebensentwurf erkannte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2013

Viele Bücher, die nach dem plötzlichen Tod eines Angehörigen geschrieben werden, sind eher therapeutisch sinnvoll als wirklich interessant, weiß Vittorio Hösle. Nicht so dieses, verspricht der Rezensent. Der Komponist Claus-Steffen Mahnkopf erinnert mit seinem Buch "Deutschland oder Jerusalem" an seine 2011 verstorbene Frau Francesca Albertini, und es liegt besonders an dieser faszinierenden Frau, dass Hösle dieses Buch nicht beiseite legen wollte. Albertini war eine römische Jüdin, die 1998, nach dem Zusammentreffen mit Mahnkopf, nach Deutschland zog, um in Judaistik zu promovieren und zu habilitieren. Mahnkopf beschreibt nicht nur ihren Lebenslauf, sondern gibt auch einen Einblick in die Ideenwelt seiner Frau, berichtet Hösle. So setzte sie sich unter anderem gegen einen jüdischen Anti-Islamismus ein und pochte auf ihre Gemeinsamkeiten, in der Tradition Hermann Cohens bezog sie außerdem für die jüdische Aufklärung, eine "Religion der Vernunft", Stellung, erklärt der Rezensent, der nach der Lektüre überzeugt ist, dass Albertinis Tod nicht nur ein persönlicher Verlust, sondern "eine Tragödie für die Zukunft einer spezifisch deutschen Judaistik" war.

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