Paul Mendes-Flohr

Martin Buber

Ein Leben im Dialog
Cover: Martin Buber
Jüdischer Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783633543144
Gebunden, 413 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Eine der prägenden Gestalten der deutsch-jüdischen Geschichte war Martin Buber, der Philosoph und politische Verfechter des Dialogs, der Verständigung, des Gesprächs von Ich und Du, wie sein Hauptwerk heißt. 1878 in Wien geboren, in Lemberg aufgewachsen, sammelte Buber früh Zeugnisse des chassidischen Lebens. 1902 war er einer der Mitbegründer des Jüdischen Verlags und der Monatszeitschrift Der Jude. Seine religionsphilosophischen Beiträge haben weit in die Wissenschaft und Literatur hineingewirkt. 1938 übersiedelte Martin Buber nach Jerusalem und lehrte an der Hebräischen Universität. Er setzte sich für die Verständigung zwischen Juden und Arabern in Israel ein und suchte nach 1945, gegen viele Widerstände, das Gespräch mit den Deutschen. Der christlich-jüdische Dialog verdankt ihm die wesentlichen Impulse. Martin Buber starb 1965 in Jerusalem. Sein Werk wirkt bis heute im Dialog von Religionen und Kulturen, Nationen und Individuen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.05.2022

Inspirierend findet Rezensent Carsten Hueck das Leben und Denken Martin Bubers, das er im Werk des amerikanischen Historikers Paul Mendes-Flohrs näher kennenlernt. Mit Schwerpunkt auf den Ideen des Philosophen orientiert sich Mendes-Flohr an den Schriften und zahlreichen Briefen über die Buber mit zahlreichen Intellektuellen Kontakt hielt, erklärt der Rezensent. Ihm gefällt wie der Autor stets mit Bezug zur jeweiligen Epoche veranschaulicht, welche Begegnungen Buber inspirierten und so beeinflussten, dass er seine Ideen der Realität anglich. So entstünde ein "nachvollziehbarer und anschaulicher" Eindruck des persönlichen wie gedanklichen Werdegangs, dieses zionistischen, spirituellen Soziologen, der sich außerhalb von einschränkenden Kategorien bewegte, lobt Hueck.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2022

Der Literaturwissenschaftler Caspar Battegey hält Paul Mendes-Flohrs Biografie über Martin Buber für vollkommen gelungen. Abstand und Klarheit in Bezug auf den Gegenstand stimmen, und dass Mendes-Flohr als Mitherausgeber der Buber-Werkausgabe sozusagen vom Fach ist, steht für Battegey auch fest. Dem Autor gelingt es laut Rezensent nicht nur, Ordnung in die verwirrende Vielfalt von Bubers Werk zu bringen, er kann auch anekdotisch unterhalten und aus Bubers Lebensverhältnissen berichten, meint Battegey. Vor allem aber verortet der Autor Bubers Denken im Zeitkontext und zeigt Bubers erstaunliche Fähigkeiten als Netzwerker, so der Rezensent. Dazu gehört auch die Umsetzung seines "dialogischen Prinzips", etwa indem er Heidegger traf, erklärt Battegey.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…