Aus dem Französischen von Robert Fajen. Das Attentat auf das World Trade Center war zweifellos das meistfotografierte Ereignis der Mediengeschichte; doch paradoxerweise hat die Presse nur eine sehr kleine Anzahl dieser Bilder in Umlauf gebracht. Die Berichterstattung über das Ereignis auf den Titelseiten der amerikanischen Tageszeitungen beschränkte sich auf sechs Bildtypen, die gerade einmal aus dreißig verschiedenen Fotografien bestanden. Weil ihr Vertrieb von wenigen Konzernen kontrolliert wird, erscheinen die Bilder vereinheitlicht, ihre dokumentarische Bedeutung nimmt ab. Der 11. September macht deutlich, wie sich die Globalisierung auf die fotografische Darstellung des Zeitgeschehens auswirkt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2011
Durchaus interessant scheint Uwe Justus Wenzel dieses Buch des Fotografiehistorikers Clement Cheroux über die "Bildpolitik des 11. September". Im Zentrum sieht er den Vergleich von Fotos auf den Titelseiten von Zeitungen vom 11. und 12. September 2001 und die Frage, was es mit der "auffälligen Gleichförmigkeit" dieser Bilder auf sich hat. Cheroux führe dies zum einen auf die Konzentration im Zeitungsverlagswesen und im Bereich der Presseagenturen (von 400 Titelfotos stammten 299 von Associated Press) zurück. Zum anderen offenbart Cheroux' Analyse das amerikanische Bildgedächtnis für Wenzel mögliche Vorbilder wie zum Beispiel die Bilder der Explosionen und Qualmwolken von Pearl Harbor.
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