Clive Barker

Abarat

Roman (Ab 14 Jahre)
Cover: Abarat
Heyne Verlag, München 2004
ISBN 9783453000926
Gebunden, 477 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Mit 107 farbigen Illustrationen des Autors. Aus dem Englischen von Karsten Singelmann. Abarat: eine wundersame und gefährliche Inselwelt voller Magie, bevölkert von guten und bösen Monstern, bedroht durch ewige Nacht. Nur die neugierige und furchtlose Candy kann Abarat vor dem Untergang bewahren. Dies ist der Auftakt zum vierbändigen Abarat-Zyklus und zu Candys großartigen Abenteuern auf den fünfundzwanzig Inseln.
Candy ist wirklich gestraft mit ihrem Leben in Chickentown, einem stinklangweiligen Kaff irgendwo im amerikanischen mittleren Westen. Nach einem heftigen Streit mit ihrer Lehrerin haut sie von der Schule ab, streift ziellos durch die Prärie - und findet merkwürdigerweise einen Leuchtturm. Und an dem Leuchtturm ein Wesen mit acht Köpfen, das Candy verzweifelt um Hilfe bittet und ihr einen Schlüssel übergibt. Und so beginnt Candys Reise in die fantastische Welt von Abarat, einem Archipel von 25 Inseln, eine Insel für jede Stunde des Tages und eine außerhalb der Zeit ...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.07.2005

Dies ist der erste Band einer Fantasy-Tetralogie, schreibt Siggi Seuss. Der erste Band hat ihr wohl nicht schlecht gefallen, begeistert ist sie allerdings auch nicht. Die Geschichte beginnt mit einem Teenager, der 15-jährigen Candy, die in einem winzigen Kaff in Minnesota festsitzt. Eines Tages beschließt sie fortzulaufen und landet am Ende der Asphaltstraße plötzlich - auf einer Insel. Im Archipel Abarat, lesen wir, gibt es für jede Stunde des Tages eine Insel. Bewohnt wird es von allerlei unbekannten Kreaturen - die einen gutmütig, die anderen nicht - und schon schwelt im ersten Band ein Kampf zwischen "magischen Despoten und geschäftstüchtigen Psychopathen um die Weltherrschaft". Seuss macht im ersten Band eine "fantastische Fülle" aus, vom zweiten Band erhofft sie sich nun "Sammlung". Und noch ein Hinweis: Das Buch wie auch die Folgebände ist reichlich bebildert, berichtet Seuss. Deshalb habe sich der Heyne Verlag für eine "limitierte und nummerierte Luxusausgabe" entschieden. Entsprechend teuer ist der einzelne Band auch. Wer das nicht bezahlen will, so Seuss, sollte auf die Taschenbuchausgabe warten oder sich die englischsprachigen Bücher beschaffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2004

Dietmar Dath empfiehlt Clive Barkers "reichillustriertes" Märchenbuch all jenen, die keine englischen Bücher lesen, als "bisher wohl beste" Chance, einen der "vielseitigsten und interessantesten" Protagonisten der Gegenwartsphantastik kennen zu lernen. Dath schätzt neben dem Inhalt, etwa der "bestens informierten" Satire auf die entzaubernde Kulturindustrie, vor allem die von Barker geschaffenen Illustrationen, die sich sowohl vom amerikanischen Comic als auch dem "Gebrauchs-Surrealismus" der Fantasy-Buchcover absetzen. "Alle denkbaren" Varianten des Bild-Text-Verhältnisses werden ausprobiert, einmal dominieren die Bilder die Seite ganz, "so dass der Text gleichsam leiser wird", andere befinden sich mit ihm "auf Augenhöhe", wieder andere sind "visuelle Musik", wie der mit wenigen Strichen skizzierte Ozean, der "auf die Prosa daneben seinen Meerzauber abstrahlt". Gut gefällt Dath auch die kompromisslose Übersetzung, die dem "lyrischen Tonfall" Barkers "so gewissenhaft" treu bleibt, dass sogar manchmal englische Redewendungen nicht ins Deutsche übertragen werden, um ja keinen "Farbwert" zu verlieren.

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