Wer ist Saddam Hussein wirklich? Der grausame Diktator oder der verehrte Patriarch, ein skrupelloser Kriegstreiber oder ein gewiefter Staatsmann - oder allesin einer Person? Der renommierte englische Kriegsberichterstatter Con Coughlin geht in seiner Aufsehen erregenden Biographie dem Mythos Saddam Hussein auf den Grund: Was hat ihn an die Macht gebracht? Wie funktioniert sein Regime? Welche Rolle spielt seine Familie in seinem Herrschaftssystem, und welche Ziele verfolgt er wirklich?
Auch wenn Con Coughlin inzwischen Chefredakteur des konservativen "Sunday Telegraph" ist und sein Blatt strikt auf Interventionskurs hält, ist seine Biografie Saddam Husseins durch und durch lesenswert, versichert Rezensentin Beate Seel. Der Autor verfüge über so zahlreiche Quellen und fundierte Informationen, dass er den Aufstieg des irakischen Diktators vom Bauernjungen zum Alleinherrscher, das Innenleben des Systems wie auch das Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen sachlich und detailliert darzustellen vermöge. Einziges Ärgernis war der Rezensentin das Fehlen eines Registers.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2003
Thomas Nowak referiert in seiner Rezension des Buches über Saddam Hussein eingehend den Aufstieg des irakischen Diktators von einem Sohn irakischer Raubbauern bis zum übermächtigen Alleinherrscher, der auch nicht davor zurückschreckte, seine eigenen Schwiegersöhne hinrichten zu lassen. Allerdings fragt er sich bei der Lektüre hin und wieder, woher eigentlich das Wissen des britischen Autors aus dem "inneren Zirkel der Macht" stammt. Der Rezensent vermutet, dass Coughlin, dessen Ausführungen sich auf Geheimdienstquellen und auf Gespräche mit "Überläufern und Oppositionellen" stützen, insbesondere der Gefahr der Irreführung verstärkt ausgesetzt ist, doch räumt für ihn das Buch zumindest mit jedem Zweifel, den man noch am Willen Husseins haben könnte, seine "Macht und sein Überleben" mit allen Mitteln zu sichern, nachhaltig auf.
Con Coughlins Biografie, so Rezensent Dieter Buhl, nehme sich aus wie der Versuch - und hier zitiert er Coughlin selbst -, "Beweise gegen einen berüchtigten Schwerverbrecher zu sammeln": Die Zeugen seien "entweder ermordet" oder hätten "Angst. Was dem Autor die Aufgabe nicht gerade erleichtere. Doch der Rezensent findet Gefallen daran. Coughlin zeichne den irakischen "Alleinherrscher" als einen "Führer der Finsternis", für den "Folter, Mord und Krieg" nur "Politik mit anderen Mitteln" seien. Gut findet der Rezensent auch, dass Coughlin bei allem machtpolitischen Streben Husseins nicht die politischen Erfolge Husseins unterschlägt, die zur Modernisierung seines Landes beigetragen haben. Auch dürfe man nicht die Anzahl und die wichtige Rolle seiner "willigen Helfer" vergessen, die Coughlin ausführlich beschreibe, und in dessen Ausführungen für den Rezensenten einmal mehr die "Absurditäten Washingtoner Außenpolitik" ins Auge stechen.
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