Nach Schröder, Fischer, Lafontaine, viel Basta und Testosteron sehnten sich viele nach einer neuen Politik. Nach einem sachbezogenen Regierungsstil. Nach einer Person wie Angela Merkel, die in der DDR den Wert von Freiheit und Unangepasstheit schätzen gelernt hat. Und endlich nach einer Frau im Amt. Die Physikerin Merkel machte Hoffnung auf eine Berliner Republik ohne Klientelpolitik, Mackertum und Lagerwahlkampf. Doch es ist alles beim Alten geblieben. Keine Reformen, nur Stillstand, keine Problemlösungen, nur Parolen. Kein Gedanke an die Zukunft, nur Wahlgeschenke zur Machtsicherung. An der Spitze eine ihre Macht bloß noch verwaltende verkrampfte Einzelkämpferin. Und deshalb sagt eine, die Angela Merkel einst gewählt hat, heute: "Basta, Frau Merkel!"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.03.2011
Durchaus amüsiert hat sich Arno Widmann bei der Lektüre von Cora Stephans Abrechnung mit Angela Merkel. Auch wenn er einige der Kritikpunkte zu teilen bereit ist, sieht er sich doch veranlasst, klar zu stellen, dass die Autorin nicht mit Merkel abrechnet, sondern mit dem Bild, das sie sich von der Bundeskanzlerin gemacht hatte. Das heißt für ihn auch, dass Leser, die die frühere Begeisterung Stephans für die machtbewusste CDU-Vorsitzende nicht kennen, mit dem Buch nicht viel anzufangen wissen werden. Den "schrillen Sound" der Autorin, die Aufgeregtheit, mit der sie einen selbstgeschaffenen Götzen demontiert, muss man mögen, ansonsten wird er einem nach Einschätzung Widmanns schnell gewaltig auf die Nerven gehen.
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