Cornelia Falk

Das Leben erfinden

Die ungewöhnliche Freundschaft der Kriegsgefangenen Assegid und Orlando
Cover: Das Leben erfinden
Rotpunktverlag, Zürich 2002
ISBN 9783858692337
Broschiert, 340 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Peter Winkler, Afrika-Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung. Mogadischu 1988: Der Kubaner Orlando und die Äthiopier Assegid, Worku und Ashagre werden nach elfjähriger Haft im somalischen Gefängnis von Laanta Buur freigelassen. Sie hatten 1977/78 im äthiopischen Ogaden gegen die Truppen des somalischen Diktators Siad Barre gekämpft und waren in Kriegsgefangenschaft geraten. In Laanta Buur entwickelte sich zwischen Orlando und den drei Äthiopiern eine Freundschaft, ohne dass sich die Häftlinge je zu Gesicht bekamen. Sie kommunizierten mit Kassibern, sorgfältig versteckt in Bänden der Encyclopaedia Britannica, die im Gefängnis zirkulierten. Cornelia Falk reiste nach der Freilassung der Gefangenen mehrmals nach Kuba und Äthiopien, um Assegids und Orlandos Erlebnisse zu protokollieren.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2002

Ein wichtiges und bewegendes Buch bespricht der mit "jbi" zeichnende Rezensent. Dankenswerterweise habe sich Cornelia Falk selbst sehr zurückhaltend auf ein Vorwort beschränkt, so dass im Buch selbst die beiden Kriegsgefangenen in wechselnden Kapiteln von ihren Erlebnissen berichten können. Der Äthiopier Assegid und der Kubaner Orlando haben 11 Jahre in somalischer Kriegsgefangenschaft verbracht, wo sie den verschiedensten körperlichen und psychischen Entbehrungen ausgesetzt waren. So beschreiben die Männer all die Probleme, die die Haft für sie mit sich brachte und die Überlebensstrategien, die ihnen halfen, diese Zeit dennoch durchzustehen. Falk lässt die beiden Männer ausführlich zu Wort kommen, so die Rezensentin, so dass der Leser einen Einblick in die von ihnen entwickelten, angesichts der Umstände auch künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten erhalte und mitverfolgen könne, wie zwischen ihnen und anderen Gefangenen mittels eines geheimen Kommunikationsnetzes Freundschaften entstanden seien. Nach Ansicht des Rezensenten ist dieses Buch ein überaus wichtiges, da die Weltöffentlichkeit von derartigen Schicksalen oft nichts erfährt. In Somalia werde die Existenz der Gefangenen häufig geleugnet, so dass die Häftlinge jedes Kontakts zur Außenwelt beraubt würden, was eines der größten Probleme für sie darstelle. Dieses Buch gebe ihnen nun endlich eine (bzw. zwei) Stimmen.

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