Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe. Ein Brief erreicht den Exil-Journalisten Can Dündar. Der Absender: Serkan Kurtuluş, ein türkischer Häftling in einem Gefängnis in Buenos Aires. Er gibt sich als jemand zu erkennen, der den Auftrag erhielt, ihn zu ermorden - und verspricht ihm brisante Informationen. Der Hintergrund: Mit einem Artikel über geheime Waffenlieferungen der Türkei an eine verbotene syrische Islamistenorganisation machte sich Can Dündar Staatspräsident Erdoğan zum Feind. Er wurde zu 27 Jahren Haft verurteilt - und es wurde ein Attentat auf ihn verübt, direkt vor dem Gerichtsgebäude. Dündar besucht den Mann, der ihn ermorden sollte, im Gefängnis. Dieser wiederum fürchtet wegen drohender Abschiebung in die Türkei jetzt selbst um sein Leben. Durch ihn und bei weiteren Recherchen stößt er auf ein Netzwerk von geheimen Deals zwischen demokratischen und autokratischen Regierungen und deren Verbindungen zum organisierten Verbrechen und zu Terrororganisationen.
Gespannt liest Rezensentin Luise Sammann das neue Buch des türkischen, seit neun Jahren im Berliner Exil lebenden Journalisten, in dem er den Attentäter interviewt, der ihn vor seiner Fluch hätte töten sollen. 2015 berichtete Dündar für eine bekannte türkische Tageszeitung über die versteckten Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an den IS und andere extremistische Gruppen. Dündar wurde darauf der Spionage und des Hochverrats bezichtigt und statt der von Erdogan persönlich ausgerufenen Haft zu erliegen, gelang es ihm 2016 zu fliehen, erfährt die Kritikerin. Ende 2020 erreichte Dündar ein Brief, eine offene Gesprächseinladung von Serkan Kurtulus, dem Mann, der ihn töten sollte und der inzwischen in einem Gefängnis in Buenos Aires inhaftiert ist. In einer lockeren und dennoch klaren Sprache beschreibt Dündar Kurtulus' Details rund um das geplante Attentat und vermittelt auf knapp 200 Seiten zusätzliche Einsichten über das weitreichende Netz "aus Politik, Justiz, Geheimdienst und Mafia", das sich in der Türkei ausgebreitet hat. Die Rezensentin ist beeindruckt von Dündars journalistischer Widerborstigkeit, mit der er weiterhin über die Themen berichtet, die ihn überhaupt erst ins Exil gedrängt haben.
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