Martin Seel

Spiele der Sprache

Cover: Spiele der Sprache
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2023
ISBN 9783103973310
Gebunden, 368 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Die Rolle der Sprache innerhalb der menschlichen Welt aus der gleichberechtigten Vielfalt ihrer Gebrauchsweisen zu verstehen: Das weit ausgreifende Buch von Martin Seel folgt dieser Maxime. Der Autor inszeniert einen Dialog zwischen einander widerstreitenden Philosophien der Sprache und des Geistes, um ihre Grenzen ein ums andere Mal zu überschreiten. Der erste Teil erzählt von zentralen Episoden der Geschichte des Sprachdenkens seit dem 18. Jahrhundert. Der zweite Teil argumentiert, Wittgenstein gegen den Strich beim Wort nehmend, für eine von irreführenden Hierarchien befreite Theorie sprachlicher Bedeutung. Der dritte Teil improvisiert über die bis dahin gesammelten Motive, um die Tiefen und Untiefen der durch Sprache geformten Wirklichkeiten des Spürens, Denkens und Handelns auszuloten. Ein Buch über Spiele der Sprache, so zeigt sich, darf selbst ein Spiel mit ihr sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2024

Rezensent Helmut Mayer gibt zu, dass das Buch des Philosophen Martin Seel Seminarkost ist. Einen gewissen Nutzen für den Common Sense erkennt er aber dennoch, da der Autor dem Leser zunächst einen sprachphilosophischen Überblick verschafft, Schauplätze und Akteure von Derrida bis Searle vorstellt, bevor er Wittgenstein und seinen "Philosophischen Untersuchungen" seine Referenz erweist. Außerdem verzichtet Seel bei aller Komplexität seiner Darstellung auf "akademische Selbstgenügsamkeit", freut sich Mayer.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.10.2023

Viel lernt Rezensent Michael Wolf von Martin Seels Buch über Sprache und auch über Ludwig Wittgenstein. Wobei es sich hier, wie der Rezensent klar stellt, in erster Linie um ein akademisches Werk handelt, das sich, von einer kurzen Wittgenstein-Passage ausgehend, mit verschiedenen philosophischen Positionen in der Betrachtung von Sprache beschäftigt, von Platon bis Habermas. Die Fragen, die dabei verhandelt werden, sind durchaus kleinteilig, führt Wolf aus, aber stets, ganz im Sinne Wittgensteins, auf die Alltagssprache hin perspektiviert. Und auch Seel selbst schlägt sich, freut sich Wolf, stets auf die Seite der lebendigen Sprache, die durch Regeln und Dogmatismus, etwa hinsichtlich einer Ablehnung des Genderns, nicht zu bändigen sei.

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