Aus dem Italienischen von Ingrid Ickler. Drei Frauen, ein Haus und viele Träume - dann bringt ein Mann die labile Ordnung ins Wanken.
Gesuina, Maria und Lori - Großmutter, Mutter und Tochter - sind im gemeinsamen Haushalt aneinandergebunden. Die über Sechzigjährige ist voller Begehren und Lebenslust. Maria hingegen, die tragende Säule der Familie, lebt in ihrer Welt der Literatur und der Briefe an den fernen Geliebten. Einzig Lori, die Gymnasiastin, lehnt sich mit wirren und trotzigen Aktionen gegen die beiden Frauen und deren Liebessehnsucht auf und will ihre Freiheit behaupten. Bis ein Mann das Gefüge des Zusammenlebens zum Einsturz bringt und die Frauen zwingt, ihre Bande neu zu definieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2019
Keinerlei Alterserscheinungen entdeckt Rezensentin Christiane Pohlmann im neuen Roman der inzwischen 82-jährigen italienischen Autorin Dacia Maraini. Im Gegenteil: Die Geschichte um Mutter, Tochter und Enkelin, die ihren jeweils eigenen Umgang mit Männern und mit der Wahrheit pflegen, besticht vor allem durch sprachliche Frische und eine individuelle Gestaltung der verschiedenen Erzählperspektiven, lobt die Kritikerin. Dass Übersetzerin Ingrid Ickler einige Eigenheiten aus dem Original für die deutsche Ausgabe glättet, findet die Rezensentin zwar bedauerlich, aber verkraftbar. Insbesondere die Figur der freigeistigen, "derben" Großmutter Gesuina hat Pohlmann nachhaltig beeindruckt.
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