Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Alfredo Pampaloni ist ein Relikt aus der Zeit des italienischen Wirtschaftswunders: als Käsefabrikant und Erfinder des rosafarbenen Gorgonzolas in den 1960er-Jahren reich geworden, hat er eine Vorliebe für Alfa Spider und weiße Sakkos nach dem Vorbild seines Freundes Gunter Sachs. Um das Erbe aufzuteilen, ruft er seine Kinder zu sich ins Feriendomizil: den geldgeilen Sohn und Galeristen in London und die ewig benachteiligte Tochter, jetzt Universitätsprofessorin. Die italienische Komödie nimmt ihren Lauf: Im Bergdorf Solària, inmitten von verrosteten Skiliften und verkommenen Grandhotels, treibt der Patriarch in Mokassins die zukünftigen Erben an den Rand des Wahnsinns. Brennende Häuser, ein verschwundener Millionenbetrag und ein Familiengeheimnis tun das Übrige.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2016
Piersandro Pallavicini ist als Chemie-Professor in Pavia und kennt keine Scheu vor unappetitlichen Krankheit, ProgRock und ätzendem Witz, warnt Rezensent Franz Haas. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, meint der Rezensent, wird mit der Komödie "Erben auf Italienisch" auf seine Kosten kommen. Der Roman erzählt die Widrigkeiten des Lebens, denen sich die 51-jährige Mailänder Professorin Carla ausgesetzt sieht: Wechseljahre, Männerkonkurrenz, ein neureicher Vater mit Inkontinenz. Haas gefällt, mit welch augenzwinkerndem Humor Pallavicini das Mailänder Bürgertum aufspießt, das Universitätsmilieu und die Malaise des Landes. Auch die Übersetzung von Karin Fleischanderl lobt er, die den Witz hervorragend ins Deutsche rette.
Piersandro Pallavicini springt in seinem Buch "Erben auf Italienisch" munter auf der Zeitachse hin und her, erklärt Rezensentin Ursula März, die mangels Hilfestellungen des Autor dabei etwas die Orientierung verliert. Es geht um einen Käseunternehmer und Lebemann und um dessen Erben, verrät die Rezensentin, die Frage scheint also vor allem zu sein, wer am Ende was und warum kriegt, ganz sicher ist sich März allerdings nicht, und sie fragt sich, ob italienische Leser vielleicht einfach eine höhere Toleranz für Unordnung haben.
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