Erzähl dein Leben! Eine einfache Aufforderung, aber ein wichtiger Schritt hin zur Verständigung. In vielen Konflikten hat der israelische Psychologe Dan Bar-On Menschen dazu ermutigt, das Schweigen zu brechen, und Konfliktparteien in einen Dialog gebracht. Die von ihm seit fast drei Jahrzehnten initiierten Gespräche zwischen Juden und Deutschen, Israelis und Palästinensern sind hierfür beispielgebend. Von seinem Leben und seiner Arbeit als unkonventioneller Wissenschaftler erzählt Dan Bar-On nun erstmals selbst. In einem spannenden Wechselspiel zwischen Bericht und Analyse gelingt es ihm, sein wissenschaftliches Lebenswerk als einen permanenten Lernprozess vorzustellen. Seine persönliche Geschichte als Kind von Holocaust-Überlebenden und die Entwicklung vom begeisterten Israeli zum kritischen Mahner für Frieden und Verständigung im Nahen Osten verknüpft er eindrucksvoll mit den Motiven, Zielen und Erfahrungen seiner akademischen Arbeit - und wirft dabei einen selbstkritischen Blick auf erfolgreiche und gescheiterte Dialog-Projekte. Seine zahlreichen Interviews und Detailbeobachtungen vermitteln anschauliche Einblicke in den mühsamen Weg von Verständigungsprozessen. Nur wenn wir genau hinhören, was jeden Einzelnen und die Gesellschaft prägt, so die Erkenntnis von Dan Bar-On, entstehen Fundamente für ein menschliches und friedvolles Miteinander.
Alexandra Senfft schätzt den israelischen Autor und Psychologen als "großen Mann des Dialogs", der in diesem Buch seine 30 Jahre währenden Bemühungen um Verständigung darlegt. Die Rezensentin findet, es sei das persönlichste Buch Bar-Ons, der darin sein eigenen Werdegang und seine verschiedenen Unternehmungen wie sein Engagement in der israelischen Friedensbewegung, seine Vermittlungsversuche zwischen Palästinensern und Juden und zwischen Opfer- und Täterkindern des Holocaust beschreibt. Seine Schilderungen sind "bewegend", so die Rezensentin angetan, und sie betont, zum "Verständnis von Konflikten und Konfliktbearbeitung" seien sie "unentbehrlich". Auch die Interviews, die der Autor mit Bewohnern von Haifa geführt hat, und hier sind es besonders die Gespräche mit älteren Mitgliedern der kommunistischen Partei, lobt Senfft als von "großem Erkenntniswert".
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