491 Tage
In den Tunneln der Hamas

Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN
9783518433010
Gebunden, 200 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Ursula Kömen. Am 7. Oktober 2023 stürmten Hamas-Terroristen den Kibbuz Be'eri und zerstörten sein Leben. Vor den Augen seiner Frau Lianne und der beiden Töchter Noiya und Yahel barfuß aus der Haustür gezerrt, stürzte Eli Sharabi bald darauf in die erstickende Dunkelheit in den Tunneln der Hamas. Während um ihn herum der Krieg tobte, verbrachte er 491 Tage in Gefangenschaft. Immer in der Hoffnung, dass er seine Familie irgendwann wiedersehen wird. Seine Geschichte handelt von Hunger und Schmerz, von Sehnsucht, Einsamkeit und einer Hilflosigkeit, die die Seele zu zerstören droht. Gleichzeitig ist es eine Geschichte, die von der menschlichen Stärke zeugt: sich immer und immer wieder auf die Seite des Lebens zu schlagen.
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Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2025
Für Rezensentin Kristiana Ludwig ist Eli Sharabis Bericht über die Gefangenschaft in den Tunneln der Hamas keine einfache Lektüre. Die Zumutungen der zwei Jahre, aber auch die Hoffnungen beschreibt der Autor laut Ludwig sachlich und chronologisch. Er schreibt über die Kommunikation mit seinen Entführern, über Verbundenheiten und Selbstdisziplin. Schließlich erzählt er auch darüber, wie er vom Tod seiner Familie erfuhr. Diese Momente sind emotional. Das Buch ist der erste Erfahrungsbericht einer Geisel vom 7. Oktober, erklärt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 22.11.2025
Rezensentin Mara Delius ist tief beeindruckt von Eli Sharabis Bericht über seine 491 Tage Geiselhaft in den Händen der Hamas. Eigentlich ist, was Sharabi erlebt hat, unvorstellbar, gibt sie zu. Die Angst der Geiseln, die Gewalt der Entführer und die Aufrechterhaltung der Hoffnung schildert der Autor laut Delius eindringlich. Das Buch erscheint ihr als Vermächtnis für Sharabis getötete Familie. Dass der Autor nicht literarisch verdichtet, sondern seinen Text als genauen Augenzeugenbericht vorlegt, erscheint ihr richtig, ebenso der Verzicht auf eine politische Botschaft. Das Buch bietet auch keine Lösung des Konflikts, keine Hilfe, so Delius. Vielleicht besteht auch darin seine starke Wirkung.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.11.2025
Rezensentin Stephanie von Oppen ist "zutiefst beeindruckt" von Eli Sharabis Bericht über seine Geiselhaft bei der Hamas, aus der er im Februar 2025 freikam. Zu lesen ist von dem Moment, als die Hamas-Kämpfer in sein Haus eindringen, ihn mitnehmen und seine Frau und sein Kind zurücklassen - wenig später wurden sie ermordet, wie Sharabi erst nach seiner Befreiung erfuhr -; von der anfänglich noch erträglichen Gefangenschaft, weil man mit regelmäßigen Mahlzeiten versorgt wurde, und später von der Verlagerung in verschiedene Tunnel, in der Hunger und desaströse Hygieneverhältnisse herrschten. Bemerkenswert ist dabei für die Kritikerin, wie wenig wertend oder hasserfüllt Sharabi von allem berichtet; wie er noch differenziert beobachten, sich über die Unkenntnis der Geiselnehmer wundern kann und wie er sich Disziplin und Lebensmut bewahrt, vor allem im Zusammenhalt mit den Mitgefangenen. Ein höchst eindrücklicher Bericht, der in Israel und in den USA ein Bestseller wurde - von Oppen ist gespannt auf die Resonanz in Deutschland.