Mit einem Vorwort von M. Fakhry Davids. Gehad Mazarweh wird 1941 im palästinensischen Mandatsgebiet geboren. Er erlebt die Gründung des Staates Israel und die damit verbundenen Konsequenzen für die palästinensische Bevölkerung am eigenen Leib. Er verlässt das Land als junger Mann und beginnt eine Reise zu sich selbst. Heute ist er ein bekannter Psychoanalytiker in Deutschland. Seine besondere Arbeitsweise als Therapeut und sein Einsatz für den Frieden in Israel/Palästina sind eine Inspiration für viele Menschen. Sabrina Fuchs-el-Bahnasawy hat mit Gehad Mazarweh ein biografisches Gespräch geführt: über seinen Werdegang, die Psychoanalyse, Rassismus, Emigration und den Nahostkonflikt.
Eine deprimierende, aber lohnende Lektüre ist für Rezensent Paul Stänner dieser Gesprächsband, der noch vor dem Massaker der Hamas in Israel entstanden ist. Sabrina Fuchs-El-Bahnasawy unterhält sich darin, lernen wir, mit Gehad Mazarweh, einem geborenen Palästinenser, dessen Geburtsort zu Israel gehört und der inzwischen als Psychoanalytiker in Deutschland arbeitet. Das Gespräch konzentriert sich auf palästinensisches Leid, erfahren wir, jüdisches komme nicht vor, was Stänner zwar irritiert, ihn jedoch nicht daran hindert, Interessantes über die Erfahrungswelt der Palästinenser zu lernen, deren Leben oft von Kind an von Hass und Unterdrückung geprägt ist. Besprochen werden, heißt es weiter, insbesondere auch die psychischen Folgen von Gewalt. Laut Stänner stellt Mazarweh außerdem klar, dass Araber es in Israel dank des sozialstaatlichen Prinzips in vieler Hinsicht leichter haben als in allen umliegenden arabischen Ländern. Am Ende steht für den Rezensenten die wenig hoffnungsvolle Erkenntnis, dass momentan Psychotherapie die einzige echte Hilfe für die Betroffenen sein könnte.
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