Dane Zajc

Hinter den Übergängen

Gedichte und Stimmen. Zum Teil zweisprachig
Cover: Hinter den Übergängen
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2003
ISBN 9783608936223
Gebunden, 144 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Mit CD gesprochen und gesungen von Dane Zajc und Janez Skof. Aus dem Slowenischen von Fabjan Hafner. Der Dichter mit Feuer im Mund, das ihm zu Asche verglüht, erfindet sich seine eigene Sprache: Der Slowene Dane Zajc hat sie zweifelsohne gefunden, seine "Erdsprache". Sie ist das Losungswort für eine neue Verbundenheit des Menschen mit dem Sein. Die grausame, gebärende Natur, der gefallene Mensch und ein Gott sind die großen Themen seiner Lyrik. Ein dunkler Kosmos voller Stiere und Schlangen, Vögel und Skorpione; Tiere, die in ihrer Grausamkeit der Schöpfung näher sind als der Mensch. Dane Zajc ist für deutsche Leser eine Entdeckung: ein Seher, ein Prophet. Der Stil seiner Poesie ist visionär und ekstatisch.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.12.2003

In Slowenien ist Dane Zajc einer der bekanntesten Dichter und Dramatiker, berichtet Hans-Peter Kunisch, und da ihn hierzulande kaum einer kennt, nehmen wir dankbar den Hinweis auf, dass der Name Danu Saiz ausgesprochen wird. Viele Gedichte Zajc' wirken einfach, wuchtig, gewaltsam, beschreibt Kunisch ihre Wirkung auf sich, dabei ändere sich kaum etwas an der durchgehend "existenziellen Negativität" ihrer Aussage. Blut sei bei Zajc keine Metapher, schreibt Kunisch. Seine Erfahrungen aus dem Krieg gegen die Deutschen wie auch die jüngsten Kriegshandlungen geben dem Bauernsohn Zajc ja auch Recht, meint Kunisch, der seine ganz und gar unsozialistischen Gedichte auch in der Republik Jugoslawien veröffentlichen durfte und ein Nischendasein in einer Jugendbibliothek führen konnte. Doch nicht nur die Menschen, auch die Natur spiele bei Zacj nicht mit, erklärt Kunisch. Jede Naturverklärung, Harmoniesuche, Sentimentalität wäre Zajc ein Greuel. Der vorliegende Band gewährt einen schönen Einblick in Zajc' gesamtes Schaffen, so Kunisch, der auch lobende Worte für den Übersetzer Fabjan Hafner findet und sich bei vielen Gedichten an eine Mischung aus Surrealismus und jugoslawischen Volkslied erinnert fühlt; gerade auch die beiliegende CD, die Originalaufnahmen (mit Akkordeonbegleitung) des Dichters enthält, vermittele etwas von der Wucht seiner Dichtung.
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