Sophie Sumburane

Keine besonderen Auffälligkeiten

Kriminalroman
Cover: Keine besonderen Auffälligkeiten
Edition Nautilus, Hamburg 2026
ISBN 9783960544784
Broschiert, 296 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Oktober 1989, ein Dorf in Brandenburg. Eine Frau wird in einer Kleingartenanlage getötet, der Mörder kann entkommen. In den nächsten Monaten bringt er vier weitere Frauen und ein Baby um. Angst und Verdächtigungen erschüttern die Dorfgemeinschaft, während fünfzig Kilometer weiter östlich die Mauer fällt. Die Polizei ist überfordert, dezimiert durch Abwanderung nach Westen und aufgeflogene Stasimitarbeiter. Die Sensationspresse scheint im wiedervereinten Deutschland ausloten zu wollen, wie weit man mit dem Leben von Menschen gehen kann, bevor die Berichterstattung selbst zum Verbrechen wird.Im Dorf leben auch die beiden Freundinnen Hedi und Gabi. Während Hedis Verlobter sie zu Hause isoliert, nimmt Gabi die Sache selbst in die Hand: Sie bewirbt sich als Reporterin bei der Bild-Zeitung und erhält so Einblick in die Ermittlungen …

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.03.2026

"Keine besonderen Auffälligkeiten" ist nicht nur ein Kriminalroman über die Opfer des letzten Serienmörders der DDR, erklärt Rezensentin Sylvia Staude, sondern auch eine Erzählung über das Ende des zweiten deutschen Staates, über die gesellschaftliche Folgen seines Zusammenbruchs in der brandenburgischen Provinz, über polizeiliches Versagen und über die misogynen Strukturen im Osten wie im Westen - Strukturen, so Staude, in denen so oft den Frauen die Verantwortung gegeben wird für die Gewalt, die sie erfahren. Indem Sumburane in ihrem Roman nicht den Täter ins Zentrum stellt, sondern sich stattdessen in jene Frauen hineinversetzt, die zu Opfern wurden oder hätten werden können, setzt sie diesen Strukturen etwas entgegen, lesen wir. Den Inhalt und das literarische Verfahren dieses Romans fasst Staude in ihrer Rezension zusammen. Einer direkten Wertung enthält sich die Rezensentin jedoch. Nur so viel erfahren wir: Dass Sumburane ihre Figuren stets ambivalent und lebensnah zeichnet, sie sprechen lässt genau wie die Menschen in der Region eben sprechen. Abgesehen davon mag wohl auch die Tatsache als Beleg der Anerkennung gelten, dass Staude ihre Rezension mit einem Zitat beendet.

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