Noch vor hundert Jahren galt sie als Phase voller Peinlichkeiten. Heute erscheint sie als Triumph: die Schwangerschaft. Dieses Buch betrachtet ihre Inszenierung und ihre wechselvolle Geschichte. Daniel Hornuff skizziert die Karriere der Schwangerschaft, ihren Aufstieg zu einem öffentlichen Ereignis. Er berichtet von Spektakelföten und Modellschwangeren. Und er zeigt, welche Ideologien die Geschichte der Schwangerschaft geprägt haben. Was bedeutet es, wenn sich inzwischen jeder ein Bild vom Ungeborenen machen kann? Wenn Fötus-Partys gefeiert und Schwangerenbäuche wie Leinwände bemalt werden? Wenn also das Schwangergehen zu einer eigenen Kulturpraxis wird? Leben wir dann im Zeitalter des Pränatalismus?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2014
Was der Kunstwissenschaftler Daniel Hornuff in seiner Kulturgeschichte der Schwangerschaft, oder sollte man sagen: der Schwangerschafts-Selfies, so alles zutage fördert, lässt Martina Lenzen-Schulte staunen. Dass die Eventkultur sich längst des Ungeborenen angenommen hat und mit 3D-Drucken vom Fötus lockt, war der Rezensentin noch nicht geläufig. Hornuffs Einblicke in die Mediengeschichte des Pränatalen noch weniger, zumal der Autor eine gute Auswahl trifft, meint Lenzen-Schulte, wenn er Leonardo etwa als Embryonen-Ikonograf porträtiert und Rudolf Steiner als seinen Erben. Weitere verblüffende Details warten auf den Leser, verspricht die Rezensentin, dafür sorgt Hornuffs Regie der Bildthemen, erklärt sie. Ihre Erkenntnis: "Auch das Schwangerenuniversum kreist um sich selbst."
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