Der Mann zeugt das Kind, die Frau bekommt es. - Schwanger werden können nur Frauen. - Mütter sind schwanger gewesen. - Vaterschaft kann man testen. Wer so denkt, denkt falsch: Die "natürlichste Sache der Welt" steht längst im Spannungsfeld medizinisch-technischer Machbarkeit, persönlicher Entscheidbarkeit, politischer Regulierung und globaler Käuflichkeit. Befruchtung kann auch in Abwesenheit vom Mann, außerhalb der Frau und ohne Sex stattfinden. Im internationalen Kapitalismus verleihen Frauen ihre Gebärmutter, ihren Leib als Dienstleistung für "Väter" und "Mütter", die nicht schwanger sein wollen oder können.Es ist höchste Zeit, Schwangerwerdenkönnen genauer unter die Lupe zu nehmen und es politisch zu betrachten - um Gesetze ebenso zu überdenken wie eingefleischte Überzeugungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.10.2019
Auch wenn Antifeminist*innen in diesem Buch ein gefundenes Fressen für ihre Ressentiments finden - "Nichts als postmoderne Wortspielerei!" - gelingt der Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp hier das Kunststück, auf eine Weise über Schwangerschaften zu philosophieren, die nicht in binären Geschlechteroppositionen verharrt, versichert Rezensentin Anne Lemhöfer. Die Autorin spricht grundsätzlich von "Personen, die schwanger werden können", was die Kritikerin sowohl klug als auch konsequent findet, schließlich trifft das ja mitnichten auf alle Frauen zu und selten besitzen gar Männer einen Uterus. Lehmhöfer zufolge kann Schrupp sich dem heiklen Thema deshalb annähern, ohne feministische Grundsätze zu revidieren, und seine kulturelle Bedeutung gendergerecht hinterfragen. Eine anregende Lektüre, schließt die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.08.2019
Laut der Rezensentin Andrea Roedig widmet sich Antje Schrupp hier "dem Elefanten im Raum" der zeitgenössischen Gender-Debatten, nämlich der unleugbaren Tatsache, dass trotz jeglicher Hinterfragung von Geschlecht nicht alle schwanger werden können. Sie beleuchte die Schwangerschaft tiefgreifend philosophisch und leite daraus feministische Grundsätze zu Mutterschaft ab, erklärt die Kritikerin. Beeindruckt hat Roedig vor allem Schrupps Zugang, statt über Frauen über Personen nachzudenken, die schwanger werden können, denn so verbindet sie biologische Argumente mit fortschrittlichem Denken zu Geschlechtlichkeit, das nicht in der binären Differenz verharrt, lobt die Kritikerin.
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