Aus dem Amerikanischen von Matthias Fienbork. Als Jay Mendelsohn, pensionierter Mathematiker und 81 Jahre alt, eines Tages spontan beschließt, den Uni-Grundkurs seines Sohnes Daniel zum Thema "Odyssee" zu besuchen, ahnen beide Männer nicht, dass dies der Beginn einer ganz eigenen Familien-Reise ist. Vater und Sohn folgen auf einer Schiffsroute den Spuren des homerischen Epos - und im Angesicht der eigenen Sterblichkeit überwinden sie ihr gegenseitiges Schweigen. Ein 4000 Jahre alter Mythos behandelt all die Menschheitsthemen, die uns noch immer bewegen: Familie, Identität, Heimat. Und zugleich weist er einem Vater und einem Sohn den Weg, wieder zueinander zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2019
Ganz und gar hingerissen ist Rezensentin Eva Hepper von diesem Buch, in dem der Kritiker, Essayist und neue Chefredakteur der New York Review of Books, Daniel Mendelsohn, von der langen Irrfahrt mit und zu seinem Vater erzählt. Die Reise beginnt, als der 81-jährige Jay Mendelsohn, ein mürrischer Mathematiker, in das Homer-Seminar seines Sohnes platzt und mit schönsten Ungebührlichkeiten sprengt. Wie Daniel Mendelsohn im Folgenden die Familiengeschichte aufdröselt und mit seinem Vater auf Kreuzfahrt durch das Mittelmeer tourt, um schließlich mit ihm einen "gemeinsamen Ankerplatz" zu finden, versetzt die Kritikerin in Begeisterung. Wahre Literatur handelt vom Leben, weiß sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2019
Bewegend findet Rezensent Uwe Walter das Buch des Altphilologen Daniel Mendelsohn. Die Mischung aus elementarer Einführung in Homers "Odyssee", Reisebericht und autobiografischer Familiengeschichte geht für Walter auf. Schon die philologische und mythologische Erläuterung des Epos scheint Walter höchst lehrreich und bereichernd. Die Passagen, in denen der Autor über eigene Bildungsstationen und sein Vaterverhältnis im Abgleich mit der Homerischen Konstellation Laertes-Odysseus-Telemachos berichtet, scheinen Walter nicht minder interessant.
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