Die Odyssee ein Mythos, ein Abenteuer, ein Rätsel. Der genaue Verlauf der Irrfahrt ist unbekannt: Die Segel setzte Odysseus in Troja, doch nachdem ein widriger Wind die Umrundung des Peloponnes vereitelte, verliert sich seine Spur Auch Tobias Lehmkuhl weiß noch nicht, wann und wo sein Abenteuer enden wird, als er von Trojas Ruinen aufs Mittelmeer hinausschaut. Wie Homers Held steht er vor einer Reise ins Ungewisse. Zufälle und Unwägbarkeiten führen Lehmkuhl nach Kea und Kythera, nach Neapel und Palermo, über Malta schließlich doch nach Ithaka. Die "Odyssee" im Gepäck, wandert er über Vulkaninseln und segelt durch die Ägäis, er verliebt sich in die Medina von Tanger, verpasst den Eingang zum Hades, lässt sich von Sirenen locken. Er freundet sich mit Grenzschützern an, lernt in Tunis Revolutionäre kennen, diskutiert mit Immobilienspekulanten an der Costa de la Luz und besteigt den Vulkan Stromboli.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2014
Odysseus ein Held? Schon möglich, meint Christiane Schlötzer. Den Autor Tobias Lehmkuhl, der auf den Spuren des großen Irrfahrers reist, hält sie eher für einen hoffnungslosen Romantiker. Dass es Lehmkuhl gelingt, bei der Begegnung mit Frontex-Leuten, Aussteigern und Kartoffelphilosophen in Griechenland und Italien zwischen Mythos und harter Realität zu vermitteln, findet sie allerdings stark - und witzig. Und die Kunst des Sichtreibenlassens beherrscht der Autor laut Rezensentin auch. Gäbe es eine Odysseus-Gedenk-Pauschalreise zu buchen, Schlötzer wäre dabei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.10.2013
Ein Westentaschenhomer? Mitnichten, meint Sabine Vogel, die sich von Tobias Lehmkuhl sehr entspannt und ganz im Stil des Slow-Travellings zu den Stationen der Odyssee hat mitnehmen lassen, um dort nicht etwa schwere historische Kost zu erfahren, sondern, da der Autor einfach im Cafe sitzen bleibt, Plaudereien mit Gestrandeten über verspätete Busse oder All-Inclusive-Paradiese mitanzuhören. Dabei lässt sich lachen, versichert Vogel, da Lehmkuhl es schafft, Legende und weniger legendäres Zeitgenössisches miteinander zu verbinden.
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