Barbara Manthe

Terror von rechts

Die Geschichte einer andauernden Gefahr
Cover: Terror von rechts
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406846243
Gebunden, 383 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit 27 Abbildungen. Von den Werwölfen bis zum NSU: eine umfassende Geschichte des Rechtsterrorismus. Als sich Beate Zschäpe am 8. November 2011 der Polizei stellt, spricht mit einem Mal ganz Deutschland über den NSU, das Versagen der Sicherheitsbehörden und die realen Gefahren des Rechtsterrorismus . Doch rechte Gewalt ist weder ein neues noch ein vereinzeltes Phänomen - vielmehr prägt sie die Bundesrepublik seit deren Gründung. Barbara Manthe beleuchtet die Aktivitäten des rechtsradikalen Untergrunds im Spiegel der gesellschaftlichen Debatten und Erschütterungen, die sie hervorriefen. Es ist eine lange, vielfach verdrängte Geschichte, die sich bis heute fortschreibt."Da steht der Feind - und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts!" verkündete Reichskanzler Joseph Wirth 1922 in seiner Reichstagsrede nach dem Attentat auf Walther Rathenau. Auch Jahrzehnte später sollte diese Warnung noch wiederholt werden, oftmals ungehört. Bombenanschläge in der Nachkriegszeit, das Oktoberfestattentat, die Mordserie des NSU, die Anschläge in Halle und Hanau: Rechtsterrorismus begleitet die Bundesrepublik seit ihren Anfängen und erschüttert sie bis heute. Im Visier stehen Juden und Jüdinnen, Migrantinnen und Migranten, Linke, Feministinnen, Wohnungslose und die Idee einer offenen Gesellschaft selbst. Von der bürgerlichen Mitte wie der Politik oftmals unterschätzt oder ignoriert, fordert der Hass gegen alles "Fremde" zahlreiche Opfer. Barbara Manthe gibt erstmals einen Überblick über die Geschichte rechtsterroristischer Gewalt in der Bundesrepublik: Sie zeichnet nach, wie Täter Netzwerke bilden, wie Politik und Gesellschaft zwischen Verharmlosung, Ignoranz und entschiedener Gegenwehr schwanken - und wie sehr die Verhandlung darüber, was uns bedroht, unser Selbstverständnis als Gesellschaft prägt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.03.2026

Rechter Terror gehört von Beginn an zur Geschichte der Bundesrepublik, liest Rezensent Philipp Schnee bei der Historikerin Barbara Manthe: 1947 gab es bereits Anschläge auf Entnazifizierungskammern, in den 1960ern zum Beispiel das Attentat auf Rudi Dutschke, ab den 1970er Jahren nimmt der Rechtsterrorismus organisierte Formen an. Die 1980er Jahre, liest Schnee, sind für Manthe eine "Scharnierzeit", das Jahrzehnt beginnt mit dem Oktoberfestattentat, die später typischen Praktiken wie Brandanschläge formen sich, Rassismus wird als Tatmotivation immer wichtiger. Der Kritiker lobt, wie genau die Autorin hinschaut, dass sie offenbart, was schiefgelaufen ist, schon unter Helmut Kohl wurden die Probleme von rechts verharmlost, auch nach der Jahrtausendwende hat man mit unpassenden Definitionen gearbeitet und den NSU unterschätzt. Er hätte sich manchmal mehr Interpretation als Zusammenfassung von Manthe gewünscht, findet es aber wichtig, dass sie auch die vergessenen Taten und ihre Opfer wieder in Erinnerung ruft.

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