Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN
9783446285859 Gebunden, 112 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Daniela Dröschers sehr persönliche Geschichte der Selbstermächtigung - von einer schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Und die Frage, wie wir sprechen sollten, um einander wirklich zu verstehen. Ein harmloses Mittel der Verständigung war Sprechen für die Schriftstellerin Daniela Dröscher nie. Als Kind einer Zugezogenen im Hunsrück zwischen Hochdeutsch und breitem Pfälzer Dialekt erwies sich Sprechen als ein so zweischneidiger Akt der Anpassung, dass sie lieber verstummte. Außerhalb des Privaten fehlte ihr auch später lange der Mut zum Einstehen für das eigene Wort, zu groß war die Angst davor, als Aufsteigerin erkannt oder missverstanden zu werden. Mit radikaler Offenheit erzählt sie von ihrer Emanzipation von einer schamhaft schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Dabei denkt sie darüber nach, ob nicht gerade die Bereitschaft zum Missverstehen die eigentliche Voraussetzung für wahres Verständnis und einen produktiven Gesellschaftsdialog sein könnte.
Ein "offenes Gesprächsangebot" nennt Rezensentin Dina Netz Daniela Dröschers autobiografisch grundierten sprachtheoretischen Essay - und nimmt dieses Gesprächsangebot dankend an. Wie bereits in etlichen ihrer übrigen Werke, geht Dröscher auch in "Sprechen" von den eigenen Erfahrungen aus, erzählt offen vom Hadern mit der Sprache, von den Episoden ihres Lebens, in denen sie fast oder sogar vollständig verstummte, aber auch, und mit einigem Stolz, von dem Aneignungsprozess, der darauf folgte. Für sich genommen wären diese Passagen zwar interessant für Dröscher-Fans, andere jedoch könnten sich von Dröschers Offenheit beinah peinlich berührt fühlen, vermutet Netz. Doch zum Glück ihrer Leserinnen und Leser belässt diese Autorin es nicht bei autobiografischen Berichten, sondern verknüpft diese auf originelle Weise und scheinbar mühelos mit Reflexionen über die sozialpolitische Dimension von Sprache, sowie Überlegungen anderer Theoretikerinnen und Theoretiker wie etwa bell hooks oder Pierre Bourdieu. Gerade in dieser lockeren Verbindung erkennt die Rezensentin die besondere Stärke dieses anregenden Essays.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…