Daniele Thoma war vierzehn Jahre lang die Frau an der Seite von "Mister RTL": zunächst als Assistentin von Helmut Thoma, dann als die Ehefrau des großen Programmvisionärs und RTL-Geschäftsführers. In verschiedenen Funktionen gehörte sie zum Spitzenmanagement des Senders. Mit einer ausgeprägten Vorliebe für brisante Details schreibt die Autorin, die inzwischen getrennt von ihrem Mann lebt, über die Entwicklung von RTL: Wie konnte das kleine Fernsehunternehmen, das anfänglich kaum über Frequenzen noch über attraktive Spielfilme oder erfahrene Moderatoren verfügte, die "Giganten" ARD und ZDF bei den Einschaltquoten so schnell in Bedrängnis bringen? Wer hatte die Idee zu "Tutti Frutti", der ersten erotischen Revolution auf deutschen Bildschirmen? Doch bringt die Autorin dem Leser auch den ganz privaten Helmut Thoma näher: den sensiblen und genialen Querdenker, in dem das aufmüpfige Luxemburger Hippiemädchen aus dem Nonnenpensionat seinen lang gesuchten "Rebellen" und "Märchenprinzen" fand. Gemeinsam waren sie ein hoch professionelles Team, dessen persönliche Geschichte von RTL nicht zu trennen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2001
Dass es sich hierbei tatsächlich um ein hochexplosives Buch handelt bleibt nach der Besprechung von Michael Hanfeld kaum noch anzuzweifeln. So erfährt man, dass Thoma in einer Person zugleich Göttergatte und Genie unterbrachte, denn die Autorin -oder sollte man besser von einer in Liebestaumel delirierenden geschiedenen Frau sprechen, die als Analysandin bei einem Ghostwriter auf der Couch lag - ist sich kaum eines Klischees zu schade, um ihren Verflossenen in den Himmel der Medienhalbgötter hinaufzubefördern. Verwundert ist Hanfeld dann doch ein wenig über die andere Hälfte dieses Buches, die von Häme und wütender Abrechnung mit den Kritikern ihres ehemaligen Mannes zeugen würde. So sei dieses Buch doch zumindest "ein Dokument, ein Sittenbild des Privatfernsehens, wie es in seinen ersten Tagen war und nie wieder sein wird", womit Hanfeld das Buch wohl kaum retten kann, aber vielleicht seine Lektüre dieses Klassikers rechtfertigen möchte.
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