Deutschlands ehemaliger oberster Schülersprecher Dario Schramm ist einer der schärfsten und profiliertesten Kritiker der Schulpolitik seit dem ersten Lockdown und klagt an: Wie kann es sein, dass Kinder und Jugendliche nicht nach ihren Bedürfnissen gefragt werden? Warum werden sie wenn überhaupt nur als allerletzte mitgedacht? Und wieso wird die Lufthansa mit einem Milliarden-Paket gerettet, während es an Schulen immer noch mit Luftfiltern und schnellem Internet hapert? Schülerinnen und Schüler stehen ganz unten auf der Prioritätenliste der Politik - nie wurde dies deutlicher als während der Corona-Pandemie. Durch Bildungsverluste und große psychische Belastungen ist gar die Rede von einer verlorenen Generation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2022
Kim Maurus wünscht sich mehr Bücher wie das des ehemaligen Generalsekretärs der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. Was Schramm, der während der Pandemie sein Abi machte, aus der Praxis als engagierter Schüler berichtet, lässt bei Maurus die Alarmglocken schrillen, zumal der Autor mit Dramatik nicht spart, wie Maurus feststellt. Die grundsätzlichen Mängel im deutschen Bildungssystem, die Schramm auflistet und mit Anekdoten würzt, scheinen Maurus allerdings tatsächlich Handlungsbedarf zu signalisieren. Lösungsvorschläge macht der Autor auch, so Maurus, und er unterschlägt nicht die positiven Entwicklungen in deutschen Schulen: den (neuen) Zusammenhalt zwischen Schülern, Eltern und Lehrern.
Rezensent Michael G. Meyer erkennt in dem Buch des ehemaligen Schülers Dario Schramm über das Schülersein in der Pandemie keine fundierte Analyse des deutschen Bildungssystems. Dafür bietet der Autor laut Meyer einen subjektiven Erfahrungsbericht, der den desaströsen Online-Schulalltag schildert, aber auch die Bildungspolitik für ihre Planlosigkeit hart kritisiert und nach strukturellen Misständen und Veränderungsmöglichkeiten fragt. Für Meyer ein wichtiger, bedenkenswerter Beitrag nach zwei Jahren Pandemie.
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