Lorenz Maroldt, Susanne Vieth-Entus

Klassenkampf

Was die Bildungspolitik aus Berlins Schuldesaster lernen kann
Cover: Klassenkampf
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783518472316
Kartoniert, 266 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Verschimmelte Ecken und einstürzende Sporthallendächer, undichte Fenster und verschleppte Digitalisierung - alles Symbole einer politischen Verwahrlosung, die Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen gleichermaßen betrifft. Die Pandemie hat die angespannte Situation an deutschen Schulen noch einmal verschärft und sämtliche Schwachstellen des Systems freigelegt. Die Missstände im deutschen Bildungsapparat beschreiben Lorenz Maroldt und Susanne Vieth-Entus in Klassenkampf; einem angriffslustigen Sachbuch mit absurden Episoden und entlarvenden Recherchen, mit gewichtigen Stimmen und großen Ausflüchten, mit viel Empörendem; aber auch mit konstruktiven Vorschlägen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.05.2022

Rezensent Peter Neumann ist schockiert, wenn er in Lorenz Maroldts und Susanne Vieth-Entus' Streitschrift "Klassenkampf" von den Zuständen in Berliner Klassenräumen liest. Der Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels und die Bildungsexpertin zeigen in dieser schonungslosen Dokumentation minutiös die Mängel der hauptstädtischen Bildungspolitik auf, zum Beispiel ein nicht funktionierendes Fenster in einer Grundschule in Spandau, das dem Vizerektor letztendlich direkt auf den Kopf gefallen ist. Da möchte sich der Rezensent gar die Haare raufen, auch deshalb, weil er lernt, dass es in Berlins Bildungssektor nicht einmal an dem nötigen Geld fehlt, es werde nur nicht richtig eingesetzt. Zum Glück gibt es jetzt dieses Buch mit allerhand Lösungsvorschlägen, atmet Neumann erleichtert auf. Doch er versteht es auch als Warnung an die funktionierenden Bundesländer - ein Blick dorthin, wo es nicht funktioniert, lohnt sich, um Fehler zu vermeiden, schließt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2022

Rezensentin Heike Schmoll gibt zu Bedenken, dass nach dem Buch der "Tagesspiegel"-Redakteure Lorenz Maroldt und Susanne Vieth-Entus niemand mehr sagen kann, er habe nichts gewusst. Die Berliner Schulmisere legen die Autoren laut Schmoll engagiert und haarklein dar, schreiben über Schimmel und Asbest in Schulgebäuden, Schulanfänger mit mangelhaften Deutschkenntnissen und das Elend der Doppelhelix aus Senat und Bezirk. Die Lösungsvorschläge im Buch findet Schmoll dagegen wenig überzeugend. Reformpädagogik an Neuköllner Schulen? Da hat sie ihre Zweifel.
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