Die engagierte Lehrerin Maria-Anna Schulze Brüning beobachtet seit Jahren, wie sich die Handschrift ihrer Schüler rapide verschlechtert. Unsere Kinder sind jedoch keine Generation von Lernverweigerern, wie sie betont, sondern Opfer einer fehlgeleiteten Schulpolitik. Handschrift und Rechtschreibung werden in den Grundschulen vernachlässigt und dem Experimentieren preisgegeben. Lernfreude und vernetztes Denken bleiben dabei auf der Strecke, denn Krakelschriften werden für Kinder immer mehr zum Handicap. Gemeinsam mit dem Journalisten Stephan Clauss zeigt die erfahrene Pädagogin, wie ein kostbares Kulturgut aufs Spiel gesetzt wird und welche Konzepte Schülern wirklich helfen, um aus einer "Sauklaue" eine Handschrift zu machen. Denn gut und lesbar zu schreiben ist auch im digitalen Zeitalter kein Luxus, sondern elementar für die Zukunft unserer Kinder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2017
Mit ihrem Plädoyer für die Schreibschrift haben Maria-Anna Schulze Brüning und Stephan Clauss den Rezensenten Wolfgang Krischke so gründlich überzeugt, dass seine Besprechung gleich selbst in adretter Schreibschrift daherkommt. Dass die Schreibschrift von der Druckschrift und das handschriftliche Schreiben vom Tippen abgelöst zu werden drohen und welche Verluste und Gefahren damit verbunden sind, führen die Autoren dem Rezensenten eindrücklich vor Augen. Seit Jahrzehnten irrt hier die Bildungspolitik orientierungslos umher, erfährt er. Dass Schulze Brüning ihre langjährige Erfahrung als Gesamtschullehrerin einbringt, macht die Bestandsaufnahme mit ihrer "Kombination aus Praxis, Forschung und Reflektion" besonders einschlägig, versichert der Rezensent. Lediglich die fehlerreiche Einleitung rät Krischke getrost zu überblättern.
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