Vom Balkan über Afghanistan, den Irak oder Südsudan bis hin zu den aktuellen Ereignissen in Syrien und der Ukraine: Der Bürgerkrieg ist zur vorherrschenden Form politischer Gewalt in unserer modernen Welt geworden. Was genau meinen wir aber, wenn wir von Bürgerkrieg sprechen? Und wer entscheidet darüber, wann eine Auseinandersetzung zum Bürgerkrieg wird? Innerstaatliche Konflikte, asymmetrische Kriegsführung, Rebellion und Revolution bezeichnen gewaltsame Ausbrüche im Inneren eines Landes - doch die begrifflichen und faktischen Grenzen verschwimmen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2019
Thomas Speckmann hält das Buch des Historikers David Armitage für verdienstvoll. Die grundsätzliche Betrachtung des Gewaltphänomens Bürgerkrieg kann zum Weltverständnis beitragen, findet der Rezensent. Auch wenn der Autor keine Theorie des Bürgerkriegs vorlegt und auch keine Lösungsvorschläge parat hat, kann Speckmann der Überblicksdarstellung allerhand Wissenswertes entnehmen. Die Schauplätze und Dimensionen der Bürgerkriege unserer Zeit in Zahlen und Fakten vermittelt der Autor anschaulich und einprägsam und schafft damit die Basis für weitere Arbeiten zu diesem wichtigen Thema, so hofft der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2018
Rezensent Florian Meinel zeigt sich nicht überzeugt von David Armitages Versuch, Varianten des Bürgerkriegs zu unterscheiden und globalgeschichtlich fruchtbar zu machen. Auf Meinel wirkt der Band überfrachtet und eifrig darin, offene Türen einzurennen. Zum Verständnis der Gegenwart, etwa im Irak und Syrien, trägt der Harvard-Historiker laut Meinel zu wenig bei, schon weil er keine arabischen Quellen auswertet. Erschwerend wirkt laut Meinel eine vor Sachfehlern und Anglizismen strotzende holprige Übersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2018
Rezensent Gustav Seibt freut sich, dass diese seiner Meinung nach ebenso "knappe" wie kluge Ideen- und Begriffsgeschichte zum Bürgerkrieg nun auch auf Deutsch verfügbar ist. Große Aktualität attestiert der Kritiker dem Werk, in dem der Ideenhistoriker David Armitage beginnend bei der griechischen "Stasis" (Aufstand) über das römische Verständnis des "bellum civile" bis hin zu den Versuchen der Verrechtlichung im heutigen Kriegsrecht einen Überblick über innerstaatliche Konflikte gewährt und dabei die Dialektik von "Bürgerkrieg" und "Revolution" herausarbeitet. Dass Bürgerkrieg durch Hysterie auch herbeifantasiert werden kann, in dem schnell von "Staatsversagen" und "Herrschaft des Unrechts" gesprochen wird, nimmt der Rezensent außerdem aus der Lektüre mit.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…