David Armitage

Bürgerkrieg

Vom Wesen innerstaatlicher Konflikte
Cover: Bürgerkrieg
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2018
ISBN 9783608962161
Gebunden, 384 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Vom Balkan über Afghanistan, den Irak oder Südsudan bis hin zu den aktuellen Ereignissen in Syrien und der Ukraine: Der Bürgerkrieg ist zur vorherrschenden Form politischer Gewalt in unserer modernen Welt geworden. Was genau meinen wir aber, wenn wir von Bürgerkrieg sprechen? Und wer entscheidet darüber, wann eine Auseinandersetzung zum Bürgerkrieg wird? Innerstaatliche Konflikte, asymmetrische Kriegsführung, Rebellion und Revolution bezeichnen gewaltsame Ausbrüche im Inneren eines Landes - doch die begrifflichen und faktischen Grenzen verschwimmen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2019

Thomas Speckmann hält das Buch des Historikers David Armitage für verdienstvoll. Die grundsätzliche Betrachtung des Gewaltphänomens Bürgerkrieg kann zum Weltverständnis beitragen, findet der Rezensent. Auch wenn der Autor keine Theorie des Bürgerkriegs vorlegt und auch keine Lösungsvorschläge parat hat, kann Speckmann der Überblicksdarstellung allerhand Wissenswertes entnehmen. Die Schauplätze und Dimensionen der Bürgerkriege unserer Zeit in Zahlen und Fakten vermittelt der Autor anschaulich und einprägsam und schafft damit die Basis für weitere Arbeiten zu diesem wichtigen Thema, so hofft der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2018

Rezensent Florian Meinel zeigt sich nicht überzeugt von David Armitages Versuch, Varianten des Bürgerkriegs zu unterscheiden und globalgeschichtlich fruchtbar zu machen. Auf Meinel wirkt der Band überfrachtet und eifrig darin, offene Türen einzurennen. Zum Verständnis der Gegenwart, etwa im Irak und Syrien, trägt der Harvard-Historiker laut Meinel zu wenig bei, schon weil er keine arabischen Quellen auswertet. Erschwerend wirkt laut Meinel eine vor Sachfehlern und Anglizismen strotzende holprige Übersetzung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2018

Rezensent Gustav Seibt freut sich, dass diese seiner Meinung nach ebenso "knappe" wie kluge Ideen- und Begriffsgeschichte zum Bürgerkrieg nun auch auf Deutsch verfügbar ist. Große Aktualität attestiert der Kritiker dem Werk, in dem der Ideenhistoriker David Armitage beginnend bei der griechischen "Stasis" (Aufstand) über das römische Verständnis des "bellum civile" bis hin zu den Versuchen der Verrechtlichung im heutigen Kriegsrecht einen Überblick über innerstaatliche Konflikte gewährt und dabei die Dialektik von "Bürgerkrieg" und "Revolution" herausarbeitet. Dass Bürgerkrieg durch Hysterie auch herbeifantasiert werden kann, in dem schnell von "Staatsversagen" und "Herrschaft des Unrechts" gesprochen wird, nimmt der Rezensent außerdem aus der Lektüre mit.

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