Asymmetrische Kriege bilden die größte sicherheitspolitische Herausforderung unserer Zeit. Doch was ist ein asymmetrischer Krieg und wodurch unterscheidet er sich von konventionellen Staatenkriegen? Wie kann er geführt, wie verhindert werden? Felix Wassermann sichtet die jüngere politikwissenschaftliche Asymmetrie-Diskussion und bringt Klarheit in die unübersichtliche Sicherheitslage nach dem Ende des Kalten Krieges. Unter ideengeschichtlichem Rückgriff auf Metaphern und Theorien der Asymmetrie rekonstruiert der Autor den Asymmetrie-Diskurs vom Scheitern der USA im Vietnamkrieg über die Terroranschläge vom 11. September 2001 bis zu den globalen, transnationalen Risiken des 21. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2015
Nicht restlos überzeugt ist Barbara Kuchler von Felix Wassermanns Auslassungen über asymmetrische Kriege. Die Bielefelder Soziologin veröffentlichte 2013 selbst eine "Gesellschaftstheorie gewaltsamer Konflikte" und nimmt sich nun das Buch des Politikwissenschaftlers Wassermann vor. Der Autor beschäftige sich darin mit Auseinandersetzungen deutlich ungleicher Gegner, erklärt Kuchler - nach dem Prinzip David gegen Goliath. Die Kritikerin lobt den "kundigen Einblick" und vollzieht die Unterteilung Wassermanns nach, derzufolge es in Kriegen drei Dimensionen von Asymmetrie gebe: jene der Kraft, der Organisationsform und der Strategie. Allerdings gibt Kuchler dem Leser dann noch drei "Warnhinweise" an die Hand, wie sie die von ihr ausgemachten Schwächen nennt. Zunächst sei da der übertriebene Gebrauch von Metaphern, desweiteren ein "Überangebot an Klassifizierungen" und schließlich kritisiert die Rezensentin, dass sich die Bedeutung des Begriffs "Asymmetrie" im Laufe des Buches wandle und dadurch zugleich verwässert werde.
Der Berliner Politikwissenschaftlers Herfried Münkler beschäftigt sich bekanntlich gern mit Asymmetrischen Kriegen, nun hat sein Assistent Felix Zimmermann einen Überblick zum Thema vorlegen dürfen. Gero von Randow findet diesen Überblick recht gelungen, die verschiedenen Arten der Asymmetrie werden übersichtlich und systematisch gut aufbereitet. Das Manko des Buches bleibt ein grundsätzliches, so Randow: die Asymmetrie taugt nur bedingt als Argument für das eigentlich Neue der "Neuen Kriege", da alle Kriege immer asymmetrisch sind und die spezifischen Ungleichheiten auch schon immer Thema der Forschung - und der strategischen Planung waren, erinnert der Rezensent. Strategie ist eben das Ausnutzen von spezifischen Asymmetrien, weiß Randow. Gerade auf dem Gebiet der Strategie hat Wassermann allerdings, außer ein paar Allgemeinplätzen, wenig vorzuweisen, bedauert der Rezensent: Hier wäre das Neue auszuweisen.
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