Aus dem Englischen von Susanne Honrfeck. Ob in den USA, in Asien oder in Europa: Die Welt ordnet sich neu. Niemand kann absehen, wohin sie sich in dieser Phase des Umbruchs bewegt. Umso wichtiger ist ein Autor wie Timothy Garton Ash, der die großen, oft widersprüchlichen Bewegungen der letzten zehn Jahre analysiert. Die Krise des Finanz- und Wirtschaftssystems, verschobene Kräfteverhältnisse zwischen den Kontinenten, Fundamentalismus und die Rückkehr der Religion ins Spiel der Politik - Garton Ash liefert die erste aktuelle Bilanz des 21. Jahrhunderts, die unverzichtbar ist, will man die Gegenwart verstehen. Er zeigt, wie dringend wir in Zeiten schneller Nachrichten reflektierte Auskunft darüber brauchen, wie sich Gesellschaften und Weltpolitik neu ordnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.11.2010
Mit großem Vergnügen hat Cornelia Fiedler diesen Band mit Reportagen und Essays von Timothy Garton Ash aus den vergangenen zehn Jahren gelesen. Sie schätzt den "charmant-subjektiven Reportagestil" des Autors, der als Zeithistoriker, Forscher und Reporter aber immer auch zeithistorischen Betrachtungen sowie Nachfragen, Warnungen und Prognosen in seine Texte einfließen lässt. Insgesamt bieten die Reportagen und Essays des vorliegenden Bands für sie eine kluge Bilanz des vergangenen Jahrzehnts und damit auch eine Einladung, die "eigene Einschätzung der letzten Jahre zu überprüfen".
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 06.10.2010
Timothy Garton Ash bringt den Rezensenten Ralph Bollmann ins Schwärmen. Er ist in seinen Augen ein "intellektuelles Wunderkind", Bollmann sieht in Garton Ash einen Prototyp des angelsächsischen Akademikers, wie wir ihn gerne "bewundern" - "auch wenn dieser Typus in Deutschland niemals eine Chance hätte, sich durchzusetzen". Bollmann verortet Garton Ashs Arbeit an der Schnittstelle von "Wissenschaft und Journalismus", die "Orte, an denen Geschichte gemacht wird" sehe sich der Historiker persönlich an. Ein zentrales Thema dieses Sammelbands von bereits in Zeitungen und Zeitschriften erschienenen Aufsätzen sind "Demokratiebewegungen". Bollmann gefällt Ashs "liberaler Optimismus", er nennt ihn einen "historisch versierten Joachim Gauck von jenseits des Ärmelkanals." Auch wenn Bollmann gelegentlich anderer Meinung als Garton Ash war, so überzeugt ihn dessen Fähigkeit, "gängige Klischees" hinter sich zu lassen und doch keinem "zwanghaften Streben nach Originalität" zu verfallen.
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