Vorbildlich unvorbildlich - Albert Einstein ist für uns so etwas wie eine Metapher für Menschlichkeit und Eigensinn geworden. Plancks "Wirkungsquantum" war revolutionärer, Bohrs Atommodell folgenschwerer, Heisenbergs "Unschärfenrelation" unverständlicher - Trotzdem verblassen alle diese Namen neben Einstein. Doch der "große Mann" war eben auch ein Mensch unter Menschen. Einstein war Segler, Geiger, er liebte Kinder, Hunde und mehr als nur eine Frau. Er hatte Freundschaften und erbitterte Feindschaften. Er gab mit fünfzehn auf: die Schule, die deutsche Staatsbürgerschaft, die jüdische Religionszugehörigkeit. Ohne Familie, ohne Heimat dauerte es ein paar Jahre, bis er seinen Weg gefunden hatte. David Chotjewitz ist es gelungen, ein Buch über Albert Einstein zu schreiben, das spannend genug ist, um es durchzulesen. Sein strenger Umgang mit biografischen Fakten und Zitaten hat ihn nicht daran gehindert sich von seinem Gefühl für den "wahren" Einstein leiten zu lassen. Und so erscheint uns das "Jahrhundert-Genie" auf einmal sehr nah, in seiner Freude, seiner Launenhaftigkeit, seiner Lust an der Provokation im Umgang mit Freunden und Kollegen, in seinem Einsatz gegen den Krieg.
Es handelt sich um die Wiederauflage eines vor zehn Jahren bereits erschienenen Buchs, die hier von Sabine Sütterlin mit wohlwollenden Worten aufgeschlagen wird. Chotjewitz schildert das Leben Albert Einsteins nach Auskunft der Rezensentin in einer Art Romanbiografie, ohne sich "mit Briefzitaten, Fußnoten und derart lästigen Lesehindernissen" aufzuhalten. Dabei scheint eine für junge Leser unterhaltsame und instruktive Lektüre herausgekommen zu sein - bewundernd schildert Sütterlin vor allem, wie es Chotjewitz gelingt, Einsteins Weg zur an sich kaum verständlichen Relativitätstheorie geradezu sinnlich begreifbar zu machen. Als einzigen Kritikpunkt merkt Sütterlin an, dass außer Einstein selbst eigentliche keine andere Figur in diesem Buch recht Kontur gewinnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.03.2004
Zu einem gewagten Unternehmen ließ sich Jürgen Stahlberg von David Chotjewitz einladen: Dessen Buch versuche nämlich eine Einstein-Biografie, ein Einstein-Roman und eine Einführung in die Relativitätstheorie zugleich zu sein. Obgleich diese Mischung nicht immer glückt, wie der Rezensent kritisch anmerkt, und Chotjewitz die Anschaulichkeit der Relativitätstheorie - er hält ihre Grundzüge für "verständlich" und "für jeden nachvollziehbar" - zuweilen überschätzt, gelingt es dem Autor durch seine "nassforsche", "angenehm chaotische" Art zu begeistern und zum Nachdenken anzuregen, lobt Stahlberg.
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