Aus dem Englischen von Jürgen Schröder. Wie wirklich ist Zeit? Zeit ist etwas völlig Selbstverständliches für uns, wir erleben, wie sie vergeht, wenn wir auf die Uhr schauen, Kindern beim Älterwerden zusehen oder Wettrennen beobachten. Und doch haben Physiker von Newton über Einstein bis zu den heutigen Quantenphysikern eine andere Auffassung der Zeit. Für sie ist sie nicht real, sondern eine Illusion. Für sie wird das Universum von Gesetzen beherrscht, die außerhalb der Zeit stehen, zeitlos sind, von Newtons Gravitationsgesetz bis zur Formel e=mc². Lee Smolin hingegen sieht Zeit als die einzige fundamentale Größe des Universums. Alles andere, auch die vermeintlich unabänderlichen Gesetze, unterliegen seiner Auffassung nach der Veränderung in der Zeit. Newtons Gesetze werden vielleicht nicht immer so grundlegend bleiben, wie wir sie heute verstehen. Mit dieser revolutionären Auffassung stellt er die Zeit in den Mittelpunkt unseres Denkens über die Welt und erklärt, welche Auswirkungen das auf uns, auf die Welt, auf das Universum hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2014
Ulf von Rauchhaupt holt weit aus, um uns Lee Smolins These von den nichtlokalen Graphen der Schleifen- und Quantengravitation schmackhaft zu machen. Ganz schön frech erscheint dem Rezensenten der Vorstoß des Physikers gegen die Relativitätstheorie und den physikalischen Mainstream. Dass Zeit als physikalisches Element von grundlegender Bedeutung ist, vermag ihm Smolin, wie Rauchhaupt schreibt, zwar mit Geschick für allgemeinverständliches Erklären nahezubringen. Allerdings bleiben Zweifel beim Rezensenten, ob die Raumzeit tatsächlich jenes dynamische Netz aus Graphen ist, über die Raumzeitpunkte verbunden sind. Schließlich sei das Buch kein Sachbuch, meint Rauchhaupt, sondern die Darlegung einer spekulativen Idee.
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