Mit Jeremy Whittle. David Millar schien alles zu haben. Einen gut dotierten Profivertrag als Radrennfahrer. Ein echtes Jetset-Leben: die Wohnung am Atlantik, schnelle Sportwagen, Reisen um die Welt, Partys in den exklusivsten Nachtclubs. Und sportliche Erfolge auf den Straßen Europas. Gleich bei der Auftaktetappe seiner allerersten Tour de France eroberte er das Gelbe Trikot. Mit dem Gewinn der Zeitfahr-WM reihte er sich endgültig ein in die Riege der Großverdiener. Schon hatte er mit dem Umzug in ein repräsentativeres Domizil geliebäugelt: Coco Chanels erstes Atelier in Biarritz. Stattdessen aber fand er sich bald darauf in einer Gefängniszelle der Stadt wieder - in der Luft der Geruch von Urin und Desinfektionsmitteln, in der Nachbarzelle ein Säufer, der unaufhörlich krakeelte. Letztendlich hatten sie ihn doch noch eingeholt: seine Dopingsünden ... und die französische Polizei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2012
Mit Interesse hat Rezensent Hannes Hintermeier diese Autobiografie des Radsportlers David Millar gelesen, die, wie er mit Blick auf andere derartige Publikationen betont, "nicht nichtssagend" ist. David Millar erzählt darin von seinem recht wechselhaften Verhältnis zum Doping, das er zuerst rigoros ablehnte, dann aber, offenbar auch auf Druck seines Sponsors, ebenso konsequent praktizierte, zumindest solange keine effizienten Test entwickelt waren, um das Blutdoping nachzuweisen. Hintermeier lernt in diesem, mitunter etwas "pathetisch" erzählten Buch viel über Doping-Praktiken, die Erbarmungslosigkeit des Rennsports und die Härte der Kollegen, die Millar für seine Offenheit die Hölle heißt machten.
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