Jan Ullrich kam aus dem Nichts und gewann 1997 als erster Deutscher die Tour de France. Über Nacht wurde er zum Helden. Dann der Sturz: schnelle Autos, die Liebe zu Wein und gutem Essen, Dopingvorwürfe - Jan Ullrich fiel tief. Doch er wandelte sich, wurde Vater und feierte 2003 als Zweiter der Tour ein grandioses Comeback. Jetzt erzählt der sympathische Rostocker Junge seine Geschichte: wie er, ohne Vater aufgewachsen, nach dem Mauerfall in den Westen ging und dort die Liebe fand; wer die wichtigen Menschen in seinem Leben sind; wie er seine großen Krisen meisterte; warum er die Tour jetzt endlich wieder gewinnen will. Der Liebling der Deutschen, wie ihn keiner kennt - mit vielen unveröffentlichten Fotos.
Recht belanglos und unspannend erscheint Rezensent Alexander Leopold diese Biografie Jan Ullrichs, die der Radsportprofi zusammen mit dem ARD-Sportchef Hagen Boßdorf aufgeschrieben und nun pünktlich zur Tour de France veröffentlicht hat. Ullrichs Lebensbeschreibung hangle sich an den bekannten Erfolgsstationen und Krisensituationen entlang, berichtet Leopold, sie liefere Sportseitenlesern nicht viele neue Erkenntnisse im Hinblick auf seine Psyche - von tieferen Einblicke in die Gepflogenheiten des Radsports ganz zu schweigen. Als Gesamteindruck der Lektüre hält Leopold fest: "Brav, der Mann, wacker und stromlinienförmig." Am interessantesten findet er das Buch noch, wenn es um Ullrichs unspektakuläre Ost-Jugend geht, richtig enttäuscht haben ihn hingegen die Passagen, wo er über seine Tiefen spricht. Dort geize Ullrich wahlweise mit Worten oder geriere sich derart geschwätzig, dass für Reflexion kein Platz mehr sei. Immerhin decke sich das Buch weitgehend mit dem Jan Ullrich, den man so aus dem Fernsehen kenne, resümiert der Rezensent: "Ein netter Mensch, der ungern ein Medienprominenter ist, sondern vernarrt in seinen Sport."
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