Mit Illustrationen von Marc Locatelli. Ein Ex-Radrennfahrer blickt zurück: Urs Zimmermann hat einen Roman geschrieben, der weitgehend autobiografisch ist. Wolf ist fett und träge. Das Rennrad steht verstaubt im Keller. Den Rennfahrer, der einst seinen Gegnern in den Bergen davongeflogen ist, gibt es nicht mehr. Wolf, der dem Spitzensport Geld und Ansehen verdankt, kämpft mit dem Leben danach. Er hasst sich für das, was er getan hat: einfach mitgeschwommen in der extremen Leistungsgesellschaft, ohne sich dagegen zu wehren. Doch da klingelt das Telefon. Albert, ein alter Bekannter aus der letzten Rennmannschaft, überrumpelt ihn mit seinen Ideen. Er behauptet, ein System zu kennen, mit dem Wolf seinen einstigen Traum erfüllen und die Tour de France gewinnen könne. Wolf winkt ab und lässt sich schließlich doch überreden...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2001
Der Rezensent mit dem Kürzel "per" kürt diesen autobiografischen Roman als "Sportbuch des Jahres". Besonderes Lob verdient der Autor nach Meinung des Rezensenten dafür, dass er der "faktenorientierten Sportwelt" seine eigene Sprache entgegenstellt und es nicht auf einfache, "möglichst durchlässige Prosa" abgesehen hat. Auch wird der Sport in diesem Roman entmystifiziert, glaubt der Rezensent: "Faszinierende Vorgänge", wie etwa die Tour de France, werden nüchtern erzählt. Zum Inhalt: Nach dem Ende seiner Radsport-Karriere befindet sie Hauptperson dieses Romans in einer Lebenskrise, resümiert der Rezensent. Aus dieser Klemme kommt der Mann erst, als er wieder auf's Rad steigt - ein neu erfundenes Rad mit "veränderter Geometrie", so "per". Nebenbei behandelt der Autor in dieser Geschichte auch Themen wie Doping, Medien, Sport und Sexualität, schreibt der Rezensent über dieses unterhaltsame Buch.
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