David Remnick

King of the World

Der Aufstieg des Cassius Clay oder die Geburt des Muhammad Ali. 2 CDs
Cover: King of the World
BMG Wort, München 2001
ISBN 9783898301954
CD, 19,94 EUR

Klappentext

140 Minuten Laufzeit. Sprecher: Ben Becker. Als Cassius Clay, alias Muhammad Ali, in den fünfziger Jahren aus Louisville auftauchte, sprengte er alle Maßstäbe. Er veränderte die Welt des Sports, rebellierte von Anfang an gegen alles, was ihn und seine schwarzen Mitmenschen unterdrückte und ließ sich in keine Stereotypen zwingen. Er war ein alles überragender Athlet und Unterhalter, ein Fred Astaire der Schwergewichtsklasse, ein Rapper, bevor Rap erfunden wurde. Er war der Spiegel seiner Zeit, eine treibende Figur während der Zeit der Rassenunruhen und stürzte sich innerhalb und außerhalb des Boxrings in zahlreiche Kämpfe. In Remnicks detailreichem Porträt tauchen viele Persönlichkeiten der Sechziger auf sowie auch die Ereignisse jener Jahre - die Bürgerrechtsbewegung, die politischen Attentate, der Vietnamkrieg.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.08.2001

Also die Stimme von Ben Becker - alle Achtung! Trifft den Ton zwischen Pulp Fiction, Dashiell Hammett und Tom Wolfe auf den Punkt. Konrad Heidkamp will am liebsten den Schlussgong überhören - nach zwei Stunden und zwei CDs immerhin. Sicher auch deshalb, weil die vom Buch abweichende Dramaturgie des Einmannhörspiels "ebenso wirksam wie erfolgreich" ist. Wie sehr der Erfolg des Unternehmens letztlich aber an Remnicks Geschichte über den Aufstieg des Cassius Clay (für Heidkamp eine der großen Biografien der vergangenen Jahre) gebunden bleibt, wird in dieser Besprechung spätestens dann deutlich, wenn der Rezensent seinen Unmut äußert über ein Cover mit Ben Becker in Boxershorts. Hier, meint er, hätte man den Autor abbilden können. Vielleicht in langen Hosen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.07.2001

Die Rezensentin hat sich dieses Hörbuch bei prasselndem Sommerregen zu Gemüte geführt. Ben Beckers Bass drang dennoch zu ihr durch und passte zur Stimmung, denn Regen, so Eva Behrendt, macht die Geschichte vom heroischen Einzelkämpfer erst so richtig authentisch. Und Ben Becker, der "Boxer der deutschen Schauspielkunst", gibt ihr den richtigen Schliff. Drei symbolische Ebenen sieht Behrendt im Fall Clay alias Ali gegeben: gut gegen böse; Underdog gegen Establishment; und schließlich der Kommerz, der sich der Exoten für Schaukämpfe bedient. Neben einer Hommage an den Boxer vermittle das Buch Remnicks viel von der Kultur der Schwarzen und vom Rassismus Amerikas in den 50er und 60er Jahren, berichtet Behrendt; die Hörspielfasung habe gerade so viel davon gerettet, dass man neugierig werde auf das (im Berlin Verlag erschienene) Original.

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