In "Wer's findet, dem gehört's" gewährt Sedaris der Welt zum ersten Mal Einblick in seine privaten Aufzeichnungen - eine persönliche Erzählung davon, wie ein drogensüchtiger Schulabbrecher mit einer Schwäche für billige Pfannkuchen und dem Talent, jeden Job zu verlieren, zu einem der lustigsten Menschen auf dem Planeten wurde. Die meisten Tagebücher - sogar die großer Schriftsteller - sind unvorstellbar dröge, weil sie von Gefühlen, Träumen, dem Innenleben handeln. Sedaris' Tagebücher sind einzigartig, weil sie sich nach außen wenden. Er erklärt uns nicht, wie sich die Welt für ihn anfühlt, er zeigt uns die Welt, und damit auch, was ihn wirklich ausmacht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2017
David Sedaris' Tagebücher aus den Jahren 1977 bis 2002 sind gewiss keine Lektüre für "stromlinienförmige Neoliberale", warnt Rezensentin Julia Bähr ihrerseits ganz hingerissen. Denn die Geschichten des heute Sechzigjährigen, der einst als Obstpflücker oder Hilfsarbeiter jobbte, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren, ganze Tage verschlief und sich überwiegend treiben ließ, lehrt nicht zuletzt, dass das Leben auch ohne "Selbstoptimierung" gut gelingen kann: Eher zufällig schafft es Sedaris zum Dozenten für Kreatives Schreiben, liest die Kritikerin, die in diesem "wunderlichen" Buch viele kuriose Anekdoten entdeckt.
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