"Der Name Bulgakow wird in der Geschichte der Literatur unvergessen bleiben", prophezeite Maxim Gorki um 1930, eine Prophezeiung, die zu dieser Zeit absurd erschien. Die schriftstellerische Karriere von Michail Bulgakow, dem Autor des epochalen Romans "Meister und Margarita", der heute längst als eines der Meisterwerke der Literatur des 20. Jahrhunderts anerkannt ist, war zu seinen Lebzeiten ein immerwährender und meist vergeblicher Kampf gegen die staatliche Zensur. 1926 wurden seine Tagebücher von den Behörden beschlagnahmt. Von diesem Moment an beschränkte Bulgakow seine Gedanken auf Briefe an seine Freunde und Familienangehörigen und an öffentliche Persönlichkeiten wie Stalin oder seinen Schriftstellerkollegen Maxim Gorki.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2015
Ulrich M. Schmid kann nur staunen, dasss die materielle Not Michail Bulgakow nicht an der Arbeit hinderte, sondern ihn sogar noch zum Schreiben antrieb. Schmid erfährt die Einzelheiten der existenzbedrohlichen Lebensumstände des Autors aus Sabine Baumanns Brevier, das die Literaturwissenschaftlerin, wie Schmid schreibt, aus Briefstellen und Tagebuchaufzeichnungen zusammengestellt und zu einem Lebensbild verdichtet hat. Besonders beeindruckt haben Schmid die biografischen Details und der enthaltene Werküberblick.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2015
Rezensentin Kerstin Holm ist dankbar, dass eine Auswahl der Briefe und Tagebucheinträge Michail Bulgakows nun unter dem Titel "Ich bin zum Schweigen verdammt" erschienen ist. Mit den Aufzeichnungen erhält die Kritikerin einen interessanten Einblick in das Wirken und die Ansichten des sowjetrussischen Schriftstellers, dessen Werke seit 1927 in dem totalitären Regime nicht mehr erscheinen konnten. So liest Holm etwa, wie der Intellektuelle in Briefen an Mutter und Schwester vom Leben in Moskau schreibt, bisweilen satirisch von der Verwahrlosung nach der Revolution erzählt oder erschüttert von Aufführungsverboten berichtet. Auch zum Verständnis von Bulgakows Werk kann die Rezensentin dieses Buch unbedingt empfehlen - auch wenn sie mit dem aus der englischen Ausgabe übernommenen Einführungstext von Roger Cockrell nicht ganz zufrieden ist.
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