Ernst Jünger

Ein abenteuerliches Herz

Ernst-Jünger-Lesebuch
Cover: Ein abenteuerliches Herz
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011
ISBN 9783608938463
Gebunden, 428 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit Erinnerungen von Heinz Ludwig Arnold. Das Schaffen Ernst Jüngers umspannt 75 produktive Jahre, von dem im Selbstverlag erschienenen Kriegsbuch "In Stahlgewittern" 1920 bis zu den letzten Eintragungen des notorischen Tagebuchschreibers in "Siebzig verweht". Aus diesem gewaltigen Werk hat Heinz Ludwig Arnold, der als junger Mann Jüngers Sekretär war, eine Auswahl getroffen. Arnold führt den Leser durch das Werk Jüngers: Vom Ausreißerbuch "Afrikanische Spiele" in die Welt des "Abenteuerlichen Herzens" und auf den einsamen "Waldgang". Jünger erzählt von seiner Jugend, berichtet von zahlreichen Reisen und streift durch die Welt von Drogen und Rausch. Er erzählt vom grauenhaften "Köppelsbleek" in der berühmten Erzählung "Auf den Marmorklippen" und von Ortners wunderlichem Erlebnis in dem Zukunftsroman "Heliopolis". Die Auswahl geht von der ersten bis zur letzten Fassung der "Stahlgewitter", über die Kriegstagebücher des Zweiten Weltkriegs bis zur Friedensschrift von 1945 und wird eingeführt von persönlichen Erinnerungen des Herausgebers.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2011

Eingenommen zeigt sich Oliver Jungen von Heinz Ludwig Arnolds "Ernst-Jünger-Lesebuch". Er findet darin eine, natürlich subjektive, aber nichtsdestoweniger ausgezeichnete Auswahl aus dem Werk des umstrittenen Schriftstellers. Die Lektüre führt für ihn nicht nur die Schönheit von Jüngers Werk vor Augen, sie zeigt ihm auch die "dionysisch-pathetische Überwältigungsfaszination" hinter der "kühlen Fassade". Und sie belegt für ihn nicht zuletzt, dass Jünger einer der besten Beobachter des 20. Jahrhunderts war. Angetan ist Jungen zudem von Arnolds Essay über Jünger, der auch über das persönliche Verhältnis des Literaturhistorikers und des Schriftstellers Auskunft gibt. Die Auswahl schätzt er auch deswegen, weil sie einen ehrlichen Mittelweg darstellt, Jünger weder verdammt noch vergöttert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2011

Als erstes zieht Andreas Langenbacher den Hut vor Heinz-Ludwig Arnolds Kühnheit, mit der er aus dem breiten Oeuvre Ernst Jüngers sein Lesebuch zusammengestellt hat. Damit ist ihm nicht nur ein großartiger Einstieg in das ausladende und in sich durchaus widersprüchliche Werk des Autors gelungen, lobt der Rezensent. Als Jüngers Sekretär in den 60er Jahren hat Arnold zudem persönliche Erinnerungen beigesteuert, die seine subjektive Auswahl sehr "lebendig" einführen. Schließlich stellen sich durch die eigenwillige Zusammenstellung der Einträge Kontexte her und werden Entwicklungslinien sichtbar, die so manch überraschenden Blick freigeben, wie der Rezensent sehr eingenommen feststellt. Das tröstet ihn nicht nur darüber hinweg, dass sich Arnold jeden weiteren Kommentar zu Jüngers Texten gespart hat. Es mindert auch Langenbachers Unzufriedenheit darüber, dass eher "fragwürdige" und umstrittene Werke konsequent ausgespart werden. Trotzdem hat der Rezensent jede Menge Entdeckungen machen können und weiß sich mit Arnolds einig, dass Jünger in seiner "ganzen Widersprüchlichkeit ans Eingangstor zum 21. Jahrhundert gehört" und somit auch weiterhin hoffentlich nicht zuletzt junge Leser anzieht.

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