Herausgegeben von Beate Meyer und Björn Siegel. Kurt F. Rosenberg hatte seit seiner Jugend Tagebuch geführt. Seine Aufzeichnungen von 1933 bis 1937 geben einen lebendigen Eindruck davon, wie er und seine Familie, seine Bekannten und Berufskollegen die ersten fünf Jahre nationalsozialistischer Herrschaft wahrnahmen. Eingeklebte Fotos und Zeitungsartikel ergänzen und illustrieren das Geschriebene. Rosenberg sammelte Nachrichten und Gerüchte über die Judenverfolgung, las aufmerksam die in und ausländische Presse und hielt die eigenen Erfahrungen fest, bittere wie auch positive. Er beschrieb seine kleinen und großen Fluchten in die Welt der Kunst, zu den Menschen, die er liebte, oder seine Reisen. Nicht im Nachhinein um den Ausgang der Judenverfolgung wissend präsentiert uns Kurt F. Rosenberg seine Sicht auf die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen, sondern als Zeitgenosse und Betroffener, der sich seine Handlungskompetenz nicht nehmen lassen wollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2013
Andrea Löw nennt die Veröffentlichung dieser Tagebuchaufzeichnungen eines deutschen Juden, den die Nazis mit Berufsverbot und Emigration bedrohen, einen Glücksfall. Vor allem die Bildung und die Aufgeschlossenheit des Autors Kurt Fritz Rosenberg, eines Hamburger Juristen, machen die Lektüre für Löw zum intellektuellen Genuss, den sie mit der Lektüre von Klemperer oder Friedrich Kellner vergleicht. Die von Beate Meyer und Björn Siegel herausgegebenen Texte geben der Rezensentin gleichermaßen über weltpolitische Themen, philosophische Betrachtungen, Kultur und Reisen Auskunft sowie über das Elend eines Menschen, der aus seinem Beruf und aus seiner Gesellschaft verstoßen wird und dennoch nicht zum passiven Opfer wird.
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