Aus dem Französischen von Nicola Denis. Dass zum Leben der Tod gehört, ist die älteste und am konsequentesten verdrängte Wahrheit der Welt. Umso größer ist das Bedürfnis nach Ritualen und spiritueller Begleitung, wenn wir damit konfrontiert sind ─ unabhängig von jedem Glauben. In ihrem sehr persönlichen Essay gewährt Delphine Horvilleur Einblicke in ihre Aufgabe als Rabbinerin, Tag für Tag Menschen in dieser Situation beizustehen. Dabei erweist sie sich als Geschichtenerzählerin, der es gelingt, die Sphären des Lebens und des Todes mit der Kraft des Wortes zu überbrücken. Horvilleur schöpft aus dem Schatz der jüdischen Kultur, aber auch aus ihren eigenen Erfahrungen als Frau, als Mutter, als Tochter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2022
Rezensentin Sonja Asal empfiehlt das Buch der französischen Rabbinerin Delphine Horvilleur. Die Mischung aus heiterem Essay und facettenreichem Bericht über Begegnungen mit dem Tod scheint sie zu überzeugen, nicht zuletzt da die Autorin gut beobachten und formulieren kann und ihre eigenen Erkenntnisse mit Einlassungen zur Politik und zur jüdischen Tradition ausstattet, wie Asal meint. Horvilleurs Selbstverständnis als Rabbinerin findet Asal außerdem einnehmend, geht es doch von einer nie endenden Auslegung der Überlieferung aus.
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