Dennis Pausch

Virtuose Niedertracht

Die Kunst der Beleidigung in der Antike
Cover: Virtuose Niedertracht
C.H. Beck Verlag, München 2021
ISBN 9783406766237
Gebunden, 223 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Das Gesicht wie die Miene: Tod, Gelbsucht, Gift!" - "Du bist ein Lüstling, ein Vielfraß, ein Glücksspieler!" - Für die Antike waren dies noch sehr maßvolle Beschimpfungen. Selbst ein Virtuose des geschliffenen Wortes wie Cicero führte den schweren Säbel der verbalen Auseinandersetzung mindestens ebenso gern wie das elegante Florett. In diesem Band bieten die besten Lehrmeister Roms anhand zahlreicher Beispiele und ihrer Geschichten eine unterhaltsame Fortbildung in der Kunst der Beleidigung. Dass ausgerechnet Cicero eines Tages klagte, in einer so schmähsüchtigen Stadt wie Rom zu leben (in tam maledica civitate), ist nicht frei von Komik. War doch der unumstrittene Meister der antiken Rhetorik zugleich ein Großmeister der Beleidigung. So bedachte er eines Tages einen politischen Gegner mit den Worten: "Du schwarzes Nichts, du Stück Kot, du Schandfleck"- und das war nur der Auftakt seiner Unfreundlichkeiten, die er für ihn parat hatte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.07.2021

Es gab Zeiten, da war Hate Speech noch Kunst, "du abgeschabter Hering, du persischer Mantel voller Flecken". Aus Dennis Pauschs Buch "Virtuose Niedertracht" hat Rezensentin Katharina Teutsch eine Menge über das schöne Schmähen im Lateinischen gelernt. Es wurde so sehr geschätzt, dass Quintilian seinen Schülern kleine Lob- oder Tadelreden als Progymnasmata empfahl. Die Hassrede war wie stets sozial bedingt, sie erlitt im Zeitalter der Monarchie Einschränkungen durch Zensur, sie findet sich noch heute in Graffiti in Pompeji, und sie hat ihren Nährboden in der reichen Literatur des alten Rom, resümiert die merklich faszinierte Rezensenitin weiter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2021

Rezensent Uwe Walter empfiehlt Dennis Pauschs Ausflug in die Arena antiker hate speech als "interessantes Korrektiv" zu einer rein negativen Sicht auf das Phänomen. Dass verbale Schmähungen auch als Ausdruck künstlerischer Freiheit und Antrieb sozialer Umstürze fungieren können, setzt ihm der Autor mittels "schöner" Beispiele aus dem alten Rom und seiner Rhetorik auseinander. Cato und Juvenal haben ihren Auftritt, ebenso Plautus, Catull und Horaz, freut sich Walter. Die Beschränkung auf philologische Exempel wirkt auf Walter methodisch schlüssig, den jeweiligen sozialen Kontext hätte der Autor jedoch gern etwas besser ausleuchten dürfen, findet er.
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