Die Erbschaftsteuer spiegelt den gesellschaftlichen Interessenkonflikt zwischen Reich und Arm wider. In Deutschland besteht der politische Kampf um die Erbschaftsteuer seit über 150 Jahren. Diese Neuerscheinung zeigt die historischen Ursprünge und Dimensionen dieser Steuerart. Im ersten Teil des Werks werden die Ausgestaltungen der Erbschaftsteuer in den verschiedenen Zeitaltern vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, die NS-Zeit, die Nachkriegszeit, die Zeit nach der Wiedervereinigung, die Zeit nach den BVerfG-Urteilen aus den Jahren 2006 und 2014 reflektiert. Die aktuelle Diskussionslage mit den vorgezogenen Neuwahlen wurde ebenfalls berücksichtigt. Das Buch beschreibt die Geschichte der Erbschaftsteuer von ihren Anfängen vor gut 150 Jahren bis zum gegenwärtigen gesellschaftlichen Streit um die gerechte Besteuerung und Verteilung von Vermögen. Im gesellschaftlichen Aushandlungskampf um die Erbschaft- und Vermögensteuer zeigt sich wiederum der jeweilige Zeitgeist und die Entwicklung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Privateigentum und Unternehmensvermögen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2026
Rezensent Michael Sell wünscht sich, dass die Überlegungen des Juristen Detlev J. Piltz in die Entscheidung zur Erbschaftssteuer einfließen. Das Buch bietet laut Sell eine so nüchterne wie aufschlussreiche historische Einordnung der umstrittenen Steuer, vor allem aber eine genaue Analyse der damit aufgerufenen Probleme. Beim Leser führt die Lektüre zu mehr Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen der Steuer. Materialreich und nachvollziehbar in der Komposition zeigt der Band laut Rezensent einen "Grundwiderspruch des Steuerstaates" auf, der einerseits gerecht sein will, andererseits aber die Unternehmen als Basis seiner selbst durch steuerliche Lasten nicht gefährden darf. Welche Folgen schon die Diskussion über die Erbschaftssteuer für die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen haben kann, vermag sich Sell nach der Lektüre besser vorzustellen.
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