Mit zwei Beiträgen in französischer Sprache. Herausgegeben von Thomas Buchheim, Rolf Schönberger und Walter Schweidler. Die These dieses Buches lautet: Viele Bereiche der Wirklichkeit lassen sich gar nicht angemessen beschreiben - auch von der Philosophie nicht -, wenn wir nicht dem Wirklichen selbst eine Würde zuschreiben und wir im Wirklichen selbst bereits den Grund, sie zu achten, mitdenken würden. Der Großteil der Beiträge stammt aus den verschiedenen Richtungen der Philosophie wie der Ontologie, Ethik, Naturphilosophie, Philosophiegeschichte. Sie wurden von folgenden Autoren verfasst: R. Brague, Paris, H. Emmrich, Hannover; P. Geach, Cambridge; K.-M. Kodalle, Jena; Hermann Lübbe, Zürich; P. Ricoeur, Chateny Malabry; L. Scheffczyk, München, R. Schröder, Berlin und anderen
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2002
Diese Festschrift zum 75. Geburtstag des Philosophen Robert Spaemann liest sich, so Thomas Sören Hoffmann, in weiten Teilen als Untersuchung zur "Reichweite 'realistischen' Denkens" in der heutigen philosophischen Diskussion. Realismus bedeutet hier, natürlich, die Gegenposition zum begriffsskeptischen Nominalismus, und, ethisch gewendet, die Ansicht, dass aus dem Sein ein Sollen abzuleiten ist. Damit überein kommen Versuche im Geiste Spaemanns, Teleologie "ontologisch zu verankern", also wiederum: der Natur einen Zweck abzulesen. Hermann Lübbe denkt über von staatlicher Seite nahegelegte "Erkenntnisverbote" nach und findet Hoffmanns Zustimmung, während Paul Ricoeurs "versöhnungslyrische" Gedanken zur Gewalt des Rechts dem Rezensenten offenbar gar nicht gefallen haben. Insgesamt aber würdigt er die Geburtstagsgabe als "stattlichen Band".
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