Diedrich Diederichsen

Eigenblutdoping

Selbstverwertung, Künstlerromantik, Partizipation
Cover: Eigenblutdoping
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2008
ISBN 9783462039979
Kartoniert, 256 Seiten, 9,95 EUR

Klappentext

Diedrich Diederichsen über Georg Büchner, Andy Warhol, Bob Dylan, Ovid, Rodney Graham, Richard Wagner, die RAF, Damien Hirst, Kenneth Anger, Frank Zappa, Thomas Pynchon, Charles Manson, 50 Cent, Hermes Phettberg, Vanessa Beecroft, Paolo Virno, Rene Pollesch, Jean-Francois Lyotard. Der Kunstboom hat eine Vorgeschichte. Aufbrechende Generationen, aufregende neue Lebensformen, Emanzipationsschübe von der Nachkriegszeit bis in die wilden 60er bilden das Reservoir an Hoffnungen, Gefühlen und Ekstasen, von denen noch heute die Kunstmarktblase zehrt. Doch was hat sich in dieser Zeit wirklich getan - politisch, künstlerisch, in den Subkulturen und auf dem Markt? Wovon handelt der Hype um die Kunst in allen Medien denn wirklich? Ausstellungen sind Events, Bücher und Musik haben Marketing-Konzepte, Künstler müssen als Person erkennbar sein. Kein Mensch glaubt mehr an einen Underground oder eine Gegenkultur. Doch mit den Schatten dieser Begriffe handelt die Kunst. Ist das ein Verrat? Ein Niedergang? Oder gibt es auch Verbindungen und Versprechungen einer Welt jenseits des Marktes? Selbstverwirklichung, Flexibilität, flache Hierarchien, unvorhersehbare Lebensläufe - jedes dieser Stichworte klingt nach der Erfüllung linker Forderungen, sie sind aber auch grimmige Realität unausweichlicher neoliberaler Zwänge, diagnostiziert Diedrich Diederichsen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.06.2008

Geradezu euphorisch stimmt Rezensent Robert Misik die Lektüre von Diedrich Diederichsens Streitschrift gegen das "Gejammer" über die Totalkommerzialisierung der Kunst. Bereits vom Titel des Buches ist Misik so angefixt, dass er Diederichsen für den guten Einfall am liebsten einen Euro zuwerfen würde. Aber auch Ausführungen des Buchs selbst provozieren anhaltende begeisterte Zustimmung beim Rezensenten, der hier nicht nur höchst plausibel die Entwicklung des Künstlers vom Selbstverwirklicher zum Selbstperformer beschrieben fand, sondern den Autor auch die Stimme gegen die "subtilen antimodernistischen Ressentiments" erheben sah, die sich aus seiner Sicht hinter der Klage über Entleerung und Verfall des Kunstbegriffs verbergen.

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