Eduard Beaucamp

Jenseits der Avantgarden

Texte und Gespräche zur zeitgenössischen Kunst
Cover: Jenseits der Avantgarden
Wallstein Verlag, Göttingen 2022
ISBN 9783835352865
Gebunden, 284 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Weltweit begegnen wir in Sammlungen und Museen den immer gleichen Künstlern. Aber sind die national fünf, international vielleicht dreißig Künstler wirklich die Besten? Haben öffentliche Museen noch die Kraft, Gegenvorschläge zu entwickeln, oder haben sie vor der Kommerzialisierung des Kunstbetriebs bereits kapituliert? Eduard Beaucamp, der langjährige Kunstkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, besteht ganz altmodisch darauf, zuallererst nach Sinn und Qualität, nach Ideen, Inhalten, Zielen, Haltungen oder Defiziten zeitgenössischer Kunst und Museumspolitik zu fragen. Als Kritiker verweigert er sich den Erwartungen, die Künstler, Galeristen, Museumsleute oder Publikum an ihn herantragen, und nutzt das Privileg eines freien, begründeten Urteils. Er plädiert dafür, die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts neu zu schreiben - nicht mehr nur als Apotheose der Avantgarden, sondern im Lichte ihrer ideologischen und gesellschaftlichen Kontexte, der östlichen wie der westlichen. Der Band versammelt verstreut veröffentlichte Essays der letzten zwanzig Jahre sowie drei Gespräche zur Kunst und zur eigenen Biografie von Eduard Beaucamp.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2022

Karlheinz Lüdeking empfiehlt die gesammelten Texte des Kunstkritikers Eduard Beaucamp als anschauliche Anregung zum Widerspruch - die Sympathie ist nachvollziehbar, denn es handelt sich um den langjährigen Kunstkritiker dieser Zeitung. Beaucamps laut Lüdeking pointiert geschriebene Stücke über Künstler wie Gerhard Richter, Museumsleute wie Werner Schmidt und Sammler wie Peter Ludwig, aber auch seine Überlegungen zur Kunstkritik scheinen dem Rezensenten bei entsprechend skeptischem Verstand des Lesers zu einer Beurteilung der künstlerischen Moderne zu taugen. Wenn der Autor die Ignoranz gegenüber DDR-Kunst kritisiert, soll der Leser sich nur selber ein Urteil bilden, findet Lüdeking. Die Texte im Band regen dazu an, meint er.
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